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Prokópis Pavlópoulos: Der konservative griechische Präsident einer linken Regierung

Ein ehemaliger konservativer Minister wird in einem Griechenland Präsident, in dem die radikale Linke von Alexis Tsipras regiert, die die Sparpolitik

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Prokópis Pavlópoulos: Der konservative griechische Präsident einer linken Regierung

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Ein ehemaliger konservativer Minister wird in einem Griechenland Präsident, in dem die radikale Linke von Alexis Tsipras regiert, die die Sparpolitik ablehnt. Der 64-jährige Prokópis Pavlópoulos ist ein hochrangiger Politiker, aber vor allem ein Mann des Konsens, den sein Land so dringend benötigt – das ist zumindest die Meinung des Ministerpräsidenten.

Eine Überraschung? Vielleicht. Aber Pavlópoulos verfügt dank seines moderaten Profils über gute Beziehungen zu allen Bereichen der griechischen Politik. Er ist Anwalt, Universitätsprofessor und wurde im Ausland ausgebildet, vor allem in Frankreich. Zur Politik kam er früh. Während des Übergangs zur Demokratie nach dem Ende der Militärjunta 1974 war Pavlópoulos Sekretär von Präsident Michail Stasinopoulos.

Später wwurde er Berater von Präsident Konstantinos Karamanlis, Sprecher der konservativen “Neuen Demokratie”, Fraktionschef seiner Partei und Innenminister unter dem damaligen Regierungschef Kostas Karamanlis.

Im Dezember 2008, Pavlópoulos war Innenminister, erschoss ein Polizist bei einer Demonstration den 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos – Pavlópoulos geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Es kam zu einer Protestwelle in allen großen Städten des Landes.

Jetzt zeigt sich Prokópis Pavlópoulos bereit, für die kommenden fünf Jahre in den Präsidentenpalast in Athen einzuziehen. Er wird in einer entscheidenden Phase an der Spitze des griechischen Staates stehen. Die Amtszeit des amtierenden Staatschefs Karolos Papoulias endet am 13. März.