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EZB-Geldschwemme: Einige Entscheider waren dagegen

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EZB-Geldschwemme: Einige Entscheider waren dagegen

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum erstenmal die Mitschrift einer Sitzung veröffentlicht. Bislang lagen die Protokolle 30 Jahre unter Verschluss.

Danach waren auf der Zinssitzung im Januar nicht alle Ratsmitglieder von der Notwendigkeit eines großangelegten Staatsanleihekaufprogramms überzeugt. Zwar seien alle der Auffassung gewesen, dass der Ankauf von Staatsanleihen vom Mandat der EZB rechtlich abgedeckt sei. Einige Mitglieder seien aber der Meinung gewesen, dass dieses Instrument nur in Ausnahmesituationen einzusetzen sei.

Die EZB hatte im Januar schliesslich grünes Licht gegeben.

Geplant sind nun ab März Wertpapierkäufe für insgesamt gut 1,1 Billionen Euro. Sie sollen verhindern, dass die Euro-Zone in eine Deflation abrutscht, eine gefährliche Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, Löhnen und Investitionen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) weist im vergangenen Jahr deutlich weniger Gewinn aus. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 989 Millionen Euro, hieß es in Frankfurt. 2013 hatte sie noch 1,44 Milliarden Euro Nettogewinn gemacht.

Gründe für den Rückgang sind unter anderem die extrem niedrigen Zinssätze, dazu höhere Verwaltungskosten für die neue europäische Bankenaufsicht, etwa für neue Kontrolleur-Stellen.

Die EZB erzielt ihre Gewinne unter anderem aus Zinseinnahmen auf ihre Währungsreserven, die Ausgabe von Banknoten und auf die von ihr gehaltenen Staatsanleihen, die sie auf dem Höhepunkt der Krise 2010 bis 2012 erworben hatte. Daraus stammten 2014 immerhin 728 Millionen Euro. Banknoten brachten 126 Millionen Euro.

Die EZB schüttet ihren Gewinn entsprechend des Kapitalschlüssels aus, die Bundesbank bekommt gut ein Viertel.

su mit Reuters