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Forscher suchen das Heilmittel gegen Rassismus

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Forscher suchen das Heilmittel gegen Rassismus

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Man stelle sich vor, es gäbe ein Heilmittel gegen Rassismus und alle Menschen lebten ohne Vorurteile harmonisch miteinander. Forscher aus London und

Man stelle sich vor, es gäbe ein Heilmittel gegen Rassismus und alle Menschen lebten ohne Vorurteile harmonisch miteinander.

Meinung

Weiße Testpersonen glauben also, sie seien schwarz.

Forscher aus London und Barcelona sind dieser Vision nun zumindest in einer Studie recht nahe gekommen. Diese zeigt, dass es überraschend einfach ist, Menschen durch Illusionstechniken dazu zu bringen zu glauben, sie hätten ein Körperteil mit einer anderen Hautfarbe, oder sogar gleich einen vollkommen anderen Körper. Die Studie zeigt zudem, dass eine solche Illusion eines Körpertauschs rassistische Einstellungen verringert. Die Forscher verglichen die rassistischen Vorurteile der Testpersonen vor und nach der Illusionsvermittlung.

Manos Tsakiris ist Psychologieprofessor an der Royal Hollowax University in London. Er erklärt: “Wir wollten die Reaktion der Leute dokumentieren, wenn sie einen Körper mit einer anderen Hautfarbe sehen. So können wir ihre impliziten rassistischen Vorurteile gut messen. Wir können bestimmen, wie hoch die Vorurteile etwa gegenüber Schwarzen sind. Als nächstes wird dann die Illusion erzeugt, einen Körper mit einer anderen Hautfarbe zu haben. Weiße Testpersonen glauben also, sie seien schwarz. Am Ende des Versuchs messen wir dann, ob diese Erfahrung ihre impliziten rassistischen Vorurteile verändert hat.”

Die Illusion wird erzeugt, indem das Gesicht oder die Hand eines Teilnehmers auf eine bestimmte Art und Weise stimuliert wird. Im klassischen Experiment, der Gummihand-Illusion, streichen die Forscher mit einem Pinsel über eine schwarze Gummihand und eine echte Hand streichen. Die Versuchspersonen sagen, sie hätten das Gefühl, dass die fremden Körperteile ihre eigenen wären. Wissenschaftler Tsakiris sagt, die Ergebnisse der Studie könnten in der Realität genutzt werden, um rassistisches Verhalten zu ändern.

Taskiris: “Das eröffnet sicher gute Chancen, denn die Weiterentwicklung von Virtual-Reality-Technologie und der wachsende Zugang zu ihr, gerade was die Kosten angeht, erlauben es uns, diese Technologien zu übernehmen und in unserem Ansatz für erzieherische Zwecke einzusetzen.”

Wie lange die Wirkung anhält, ist noch nicht ganz klar. Die Forscher untersuchen nun, wie das Experiment die Gehirnaktivität beeinflusst. Sie hoffen, der Körpertausch könnte zu einer praktischen Waffe im Kampf gegen Rassismus werden.