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"In den öffentlichen Kassen Griechenlands herrscht Ebbe"

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"In den öffentlichen Kassen Griechenlands herrscht Ebbe"

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Das aktuelle Hilfspaket für Griechenland endet am 28. Februar. Laut griechischer Zentralbank rechnet das Finanzministerium aber schon am 24. Februar mit dem “Tag X” an dem dem Finanzsystem das Geld ausgeht.

Am Mittwochabend hatte die Europäische Zentralbank das Notkreditprogramm für die griechischen Banken (ELA) auf 68,3 Milliarden Euro aufgestockt und verlängert, wie es in Notanbankkreisen (dpa) heißt, bis in zwei Wochen.

Allein bis Ende März braucht das Land schätzungsweise gut 10 Milliarden Euro an Cash und frischen Anleihen, um fällige Schulden, ablaufende Staatsanleihen und Sonderfinanzbedarf begleichen zu können.

Macht etwa 1.000 Euro für jeden Einwohner Griechenlands. Mit einem Verlust in ähnlicher Höhe müssen laut IFO-Institut Deutsche und Franzosen rechnen, wenn der Fall der Fälle eintreten sollte – die Staatspleite Griechenlands.

Griechenland ist in der Euro-Zone und beim IWF mit 240 Milliarden Euro verschuldet.

Ohne Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms droht dem überschuldeten Land die Staatspleite. Die Euro-Zone hatte der Regierung in Athen eine Frist bis Freitag gesetzt, um einen Aufschub zu beantragen und dabei auch ein Bekenntnis zu den Reformauflagen verlangt.

Kathleen Brooks – Forex.com-Analyst:

“Die griechischen Banken pfeifen aus dem letzten Loch. Das ist absolut sicher, das wissen wir. Sie werden nur noch von der EZB am Leben gehalten. Und in den öffentlichen Kassen in Griechenland herrscht auch Ebbe. Vor der Wahl hat doch keiner mehr Steuern gezahlt.”

Laut Dachverband der griechischen Industrie entgehen dem Staat so etwa 30 Milliarden Euro pro Jahr.

Das Angebot von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Griechenland 500 deutsche Steuerfahnder zu schicken, nehme er gerne an, sagte Regierungschef Alexis Tsipras laut Medienberichten (Fokus). “Er soll 5.000 schicken.”

Sigrid Ulrich mit dpa