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In Lettland ist die digitale Revolution in vollem Gange. Es ist also kein Zufall, dass sich hier viele innovative Unternehmen niedergelassen haben

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In Lettland ist die digitale Revolution in vollem Gange. Es ist also kein Zufall, dass sich hier viele innovative Unternehmen niedergelassen haben, die ihre Fähigkeiten der ganzen Welt anbieten.

Meinung

Wichtiger als das Geld der Investoren waren ihre Beziehungen und ihr Wissen

Hinter Infogr.am steckt eine einfache Idee: Internetnutzer können Computergrafiken mit ihren eigenen Daten erstellen. Das Basisangebot ist gratis. Zusatzoptionen, die meist nur von Profis benötigt werden, kosten extra. Dieses Start-Up ist vor drei Jahren gegründet worden. Anfangs beschäftigte es drei Mitarbeiter, mittlerweile zählt es 35 Angestellte aus 12 Ländern. Es hat auch ein Büro in San Francisco.

Infogr.am-Mitbegründer Uldis Leiterts erzählt: “Wir waren die ersten, die eine do-it-yourself Computergrafik angeboten haben. Derzeit haben wir rund zwei Millionen Kunden weltweit. Und wir rechnen damit, dass wir in den kommenden zehn Jahren bis zu 100 Millionen Kunden gewinnen können.”

Um sich auf dem internationalen Markt zu behaupten, werden auch die Sprachen weiterentwickelt. All das ist nur möglich, weil sich das Start-Up anderthalb Millionen Euro mittels britischer und deutscher Wagniskapital-Fonds sichern konnte. “Wichtiger als das Geld der Investoren waren ihre Beziehungen und ihr Wissen. So konnten wir Menschen, die früher für Google und andere internationale Unternehmen arbeiteten, einstellen,” so Uldis Leiterts.

Wie kann man als Unternehmer die digitale Revolution besser meistern? Was sind die Erfolgsgeheimnisse in diesen Bereich? Die digitale Revolution ist eine der größten Herausforderungen für die europäischen Unternehmen. Es ist ein verlockendes Potential: Schätzungen zufolge beziffert sich das zusätzliche Wachstum auf mehrere Milliarden Euro.

Reinis Zitmanis ist zum Internetbotschafter Lettlands ernannt worden, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Er erklärt: “Der Markt ist groß genug… aber konzentriert. Es ist sehr spezifisch. Worauf kommt es an? Das Angebot muss interessant, einfach zu nutzen und vor allem neu sein. Es muss etwas noch nie dagewesenes sein. Wenn dieses drei Komponenten zusammenkommen, dann stehen Ihnen der europäische und amerikanische Markt offen!”

Laut Zitmanis muss man einige Grundregeln befolgen, wenn man den Internetmarkt erobern oder ein eher traditionelles Unternehmen modernisieren will: “Das Management ist nicht mehr so vertikal wie früher. Es ist mehr eine Gruppenarbeit: Man muss den anderen Angestellten zuhören und immer offen sein für neue Ideen. Zudem muss man Menschen einstellen, die sich in der digitalen Welt auskennen. Und man muss seinen Kunden zuhören.”

Uldis Leiterts verrät sein Erfolgsgeheimnis: “Man muss global denken. Sie können überall in Europa eine globale Firma gründen.”