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Bionisches Auge: Schatz, du bist so pixelig!

Für die Wissenschaftler ist es der vorläufige Höhepunkt ihrer Arbeit, für den Patienten ein kleines Wunder. Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren

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Bionisches Auge: Schatz, du bist so pixelig!

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Für die Wissenschaftler ist es der vorläufige Höhepunkt ihrer Arbeit, für den Patienten ein kleines Wunder.

Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren kann Allen Zderad seine Frau wieder sehen – dank eines bionischen Augenimplantats. Eingesetzt haben es die Ärzte der Mayo-Klinik in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota.

Zderads Augenlicht begann schon vor 20 Jahren aufgrund einer degenerativen Krankheit zu schwinden. Jetzt leitet ein Implantat neben seinem Auge ein Signal direkt auf die Retina. Gespeist wird es von außen aus einer winzigen Kamera, die Zderad auf einem Brillengestell trägt.

Die Rückkehr seines verlorenen Sehsinnes im Moment des Einschaltens war für den zehnfachen Großvater überwältigend.

Zderad war einer der ersten Patienten, die das neue Implantat testen. Die Auflösung wirkt gering, aber für Umrisse reicht es und das Funktionsprinzip ist damit bestätigt.

Versuche mit Sehimplantate gab es schon zuvor. Oft waren die direkt mit dem Sehzentrum am Hinterkopf verbunden, was entsprechende Risiken birgt und eine passende Platzierung der Nervensonden viel schwieriger macht. Die offenbar günstigere Verbindung über die Retina setzt allerdings einen intakten Sehnverv voraus.

Zugelassen ist das System derzeit nur für Patienten mit Retinitus Pigmintosa, jener Krankheit, die auch Allen Zderad erblinden ließ. Die Ärzte hoffen jedoch, in Zukunft auch Patienten mit Grünem Star oder Zuckerkranken mit Augenproblemen helfen zu können.