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Staat schaut auf's Geld: Royal Bank of Scotland baut Investmentbanking ab

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Staat schaut auf's Geld: Royal Bank of Scotland baut Investmentbanking ab

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Die Royal Bank of Scotland dampft ihr internationales Investmentbanking massiv ein und zieht sich in 25 Ländern in Europa, Asien und Nahost aus diesem Geschäft zurück. Die Bank will sich auf das heimische Kreditgeschäft konzentrieren.

Die im Zug der Finanzkrise weitgehend verstaatlichte Bank hat im siebten Jahr in Folge schwere Verluste geschrieben – 4,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2014, nach 12,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Über die vergangenen sieben Jahre akkumulierten sich rund 68,3 Milliarden Euro Minus.

Das Geldhaus kämpft immer noch mit den Folgen der Sünden aus der Zeit vor der Finanzkrise. Allein für die Entschädigung von Kunden, denen unnütze Kreditausfallversicherungen aufgeschwatzt wurden, mussten die Rückstellungen von 4,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nochmal um 956 Millionen Euro aufgestockt werden. 4 Milliarden Euro waren zum Jahresende bereits ausgezahlt.

Der britische Finanzminister George Osborne wandte sich per Brief an den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank, Howard Davies, der sein Amt im September antreten wird. Der Politiker, dessen Ministerium über eine staatliche Holding zu 80 Prozent Mehrheitsaktionär bei RBS ist, forderte das Management dazu auf, die „höchstmöglichen ethischen Standards“ einzuhalten.

„Vor dem Hintergrund der außerordentlichen Unterstützung durch den Steuerzahler in der Vergangenheit verstehen Sie sicher, dass RBS hinsichtlich der Bezahlung ein Schlusslicht bleiben muss“, schrieb Osborne weiter. Er reagierte dabei auf die Bonuszahlungen in Höhe von 575 Millionen Euro an das RBS-Management. Sie hatten vor allem bei Gewerkschaftern zu Entrüstung geführt.

Vorstandschef Ross McEwan verzichtete angesichts der prekären Situation auf einen Bonus in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

su mit Reuters