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Airbus: Gute Figur trotz Problemzone Militär

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Airbus: Gute Figur trotz Problemzone Militär

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Der Flugzeugbauer Airbus drängt mit dem Markterfolg seiner Linienjets die anhaltenden Probleme im Militärgeschäft in den Hintergrund – hier stehen in Deutschland bis zu gut 6.000 Arbeitsplätze in Frage.

Die Rüstungssparte wird seit dem krachenden Scheitern der Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems 2012 umgebaut. Die Sparte Airbus Defence & Space musste wegen Problemen mit dem Militärtransporter A400M einen Gewinnrückgang um 38 Prozent hinnehmen. Domingo Ureña-Raso, bisher Militärflugzeug-Chef, wurde Ende Januar abgelöst.

Der Umsatz des paneuropäischen Konzerns stieg 2014 insgesamt um fünf Prozent auf 60,7 Milliarden Euro. Im vergangenen Quartal hatte Airbus gut eine halbe Milliarde Euro Sonderlasten für Verspätungen bei der Auslieferung an die europäischen Armeen verbucht – dagegen stehen 2,3 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern, nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Im Orderbuch stehen Bestellungen über 858 Milliarden Euro.

Jon Davies, euronews:

“Airbus-Vorstandschef Tom Enders, 60% mehr Gewinn, sind Sie 100% zufrieden mit den Zahlen?”

Tom Enders, Vorstandschef Airbus:

“Ich bin 100% zufrieden, es war ein ziemlich gutes Jahr 2014, wir haben die meisten operativen Ziele erreicht. Die Dynamik im Zivilgeschäft war sehr stark, für uns waren das wichtige Meilensteine, ​​und meine das spiegelt sich recht gut im Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), im für uns sehr wichtigen freien Cash-Flow und sicher im Ergebnis.”

euronews:

“Viele halten das für einen Riesensprung. Wie kommt’s?”

Tom Enders:

“Nun, es ist eine Kombination. Ich meine, wir haben unsere operative Leistung verbessert, besonders im Bereich Verkehrsflugzeuge. Wir hatten einen sehr guten Auftragseingang, fast ein Rekordjahr, das zweitbeste aller Zeiten, mehr als 1.400 große Verkehrsflugzeuge. Das gibt eine Menge Anzahlungen, die den Cashflow verbessern. Wie gesagt, ein ziemlich gutes Jahr.”

euronews:

“Worauf konzentriert sich Airbus jetzt, sind das die großen Super-Jumbos, der Airbus A380 (das größte in Serienfertigung produzierte zivile Verkehrsflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt), der Airbus A350, oder sind es eher kleinere Flugzeuge?”

Tom Enders:

“Nun, ich bin froh, dass Sie den Airbus A380 erwähnen. Hier wird 2015 ein sehr wichtiges Jahr, denn wir erreichen die Gewinnzone – nach 15 Jahren umfangreicher Investitionen. Das ist ein wichtiger Meilenstein, unsere Teams haben sehr hart auf diesen Tag hingearbeitet. Abgesehen davon wollen wir in diesem Jahr wirklich das neue Langstreckenflugzeug A350 auf die Rampe schieben und den Übergang vom alten zum neuen Airbus A 320 hinkriegen. Das ist wirklich unser Brot- und-Butter-Geschäft, wir haben alle Hände voll zu tun.”