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Erdogan und türkische Zentralbank streiten über Leitzins


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Erdogan und türkische Zentralbank streiten über Leitzins

Türkische Notenbank senkt Leitzins – Regierung fordert mehr

Die Zinsdebatte in der Türkei hat sich über mehrere Monate hingezogen, bevor sich die türkische Zentralbank dazu entschied ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte zu senken. Präsident Recep Tayyip Erdogan und manche Regierungsminister warfen der Bank vor, diese kleine Senkung sei nicht genug, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Prof. Durmuş Dündar verteidigte die Entscheidung der Notenbank: “Die türkische Zentralbank richtet sich nach ihren Daten und den weltweiten Trends. Es war eine objektive Entscheidung. Das gefällt mir als Wirtschaftswissenschaftler. Ich bin der Meinung, dass die Zentralbank richtig gehandelt hat, obwohl Erdogan damit nicht einverstanden ist. Ich frage mich, ob der Präsident niedrigere Wechselkurse haben möchte. Strebt er eigentlich eine Entwertung an?”

Erdogans Kritik an dem Direktor der türkischen Zentralbank hat sich auf den Wechselkurs ausgewirkt. Die türkische Lira fiel und am vergangenen Freitag betrug der Kurs 2,53 Lira für einen US-Dollar.

Euronews-Korrespondent Bora Bayraktar erklärt: “Ist die Zinssenkung in der Türkei eine politische oder eine wirtschaftliche Entscheidung? Die Meinungen gehen auseinander. In den kommenden Monaten wird die Zentralbank unter Beobachtung stehen.”

Zweifel in Griechenland

Rettung in letzter Minute: Die Verlängerung des Hilfspakets um vier Monate ist ein wichtiger Schritt für die griechische Regierung. Sie hat im Gegenzug weitere Reformen versprochen.

Yannis Stournaras, der Direktor der Bank von Griechenland, bat die Regierung, sich endgültig mit den Kreditgebern zu einigen, um die Liquidität der Banken zu garantieren. “Die Banken haben seit kurzem wieder ausreichend Geldreserven. Aber die Liquidität ist trotzdem starkem Druck ausgesetzt, vor allem in letzter Zeit. Dieses Abkommen wird funktionieren, wenn es Fortschritte bei den Reformen gibt, die längst überfällig sind,” so Stournaras.

Die Griechen fürchten, dass ihnen bald ein neuer Sparkurs droht. Denn die Regierung von Alexis Tsipras hat den Kreditgebern effektive Reformen versprochen.

Nour eldeen Al-Hammoury: Drohende Rezession in der Türkei und Gefahr eines Grexits

euronews, Daleen Hassan:
“Um mehr zu erfahren, sprechen wir mit Nour eldeen Al-Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS Securities in Abu Dhabi. Was halten Sie von der Zinssenkung der türkischen Zentralbank? Handelt es sich um eine politische oder wirtschaftliche Entscheidung und ist es der beste Weg, um die türkische Wirtschaft anzukurbeln?”

Nour eldeen Al-Hammoury:
“In der Türkei hat die Regierung die Zentralbank in der Tat unter Druck gesetzt. Dieses Verhalten der Regierung könnte mit den bevorstehenden Wahlen zusammenhängen. Die türkische Zentralbank ist bei ihren Entscheidungen sehr zögerlich. Denn ähnlich wie die anderen Zentralbanken ist sie mit schwierigen Bedingungen konfrontiert. Die Regierung sollte sich nicht in diese Entscheidungen einmischen. Im vergangenen August erhöhte die Zentralbank die Zinsen, weil die Inflationsrate sich nach dem Kollaps der türkischen Lira den 10 Prozent annäherte.
Die wirtschaftliche Situation in der Türkei ist nicht viel versprechend. Die Wirtschaft wächst nicht mehr so schnell wie früher. Im vierten Quartal betrug die Wachstumsrate 1,7 Prozent, so niedrig war sie zuletzt 2012. Eine Herabsenkung der Zinsen ist das Einzige, was die Bank dagegen machen kann, trotz des stetigen Verfalls der türkischen Lira. Den Fall der Lira könnte sie nur stoppen, wenn sie auf dem Devisenmarkt eingreift und türkische Lira kauft. Diese Entscheidungen der Zentralbank würden jedoch die Wachstumsrate weiter bremsen und die Wirtschaft könnte in diesem Jahr wieder in die Rezession zurückrutschen.”

euronews:
“Nour, wie steht es um die Liquiditätslage der griechischen Banken? Glauben Sie, dass das jüngste Abkommen erfolgreich sein wird?”

Nour eldeen Al-Hammoury:
“Für die Banken wird sich vielleicht die Liquiditätslage nach dem Abkommen stabilisieren, wie es auch der Chef der griechischen Zentralbank andeutete. Doch in diesem Sommer könnte es wieder zu einer Kapitalabwanderung kommen. Dies könnte passieren falls die Regierung nicht um eine weitere Verlängerung des Hilfspakets bittet oder falls es zu einer politischen Krise kommt, weil die Menschen von der Regierung enttäuscht sind.
Das Beste, um für Stabilität zu sorgen, wäre ein strukturelle Lösung. Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist seit fünf Jahren eine Möglichkeit. Jedes Mal einigt sich die Regierung kurz vor Ende der Frist auf eine Lösung mit der Euro-Gruppe. Falls Griechenland seine Schulden nicht bezahlen kann, hat nicht nur Griechenland sondern die ganze Europäische Union versagt.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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