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"Helden sterben nicht" - Tränen um Kreml-Kritiker Boris Nemzow


Russland

"Helden sterben nicht" - Tränen um Kreml-Kritiker Boris Nemzow

Mehrere Tausend Trauernde haben dem ermordeten Oppositionspolitiker Boris Nemzow in Moskau die letzte Ehre erwiesen. Der Sarg des Kreml-Kritikers war im Sacharow-Zentrum der russischen Hauptstadt aufgebahrt.

“Helden sterben nicht” riefen die Leute vor dem Menschenrechtszentrum – mit dem gleichen Spruch wurden Demonstranten der Maidan-Bewegung in der Ukraine beigesetzt.

In unmittelbarer Kreml-Nähe wurde Nemzow, der unter Boris Jelzin Vize-Ministerpräsident Russlands war, am Freitagabend erschossen. Eine Festnahme gab es bisher nicht, Überwachungsvideos der Tat zeigen den entscheidenen Moment nicht und die Hauptzeugin, Nemzows ukrainische Begleiterin, erklärt, dass sie nichts gesehen habe. Sie reiste heute zurück nach Kiew.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte am Dienstag, dass der Mord am Oppositionspolitiker so schnell wie möglich aufgeklärt werde. “Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch die, die anders denken in Russland, eine Chance haben, ihre Gedanken zu artikulieren – wenngleich ich weiß, dass das alles andere als einfach ist”, sagte Merkel in Berlin.

Der Kreml bestreitet jegliche Verwicklung in den Mord an Nemzow und spricht von einer Verschwörung, die darauf abziele, die politische Lage in Russland zu destabilisieren. Die Regierung wurde bei der Trauerfeier von Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch vertreten.

Unter den Trauergästen waren neben Naina Jelzina, die Witwe des russischen Ex-Präsidenten Boris Jelzin, zahlreiche russische Oppositionelle sowie Botschafter mehrerer EU-Länder. Kritik am Kreml gab es nachdem Vetretern von Polen und Lettland die Einreise nach Russland verwehrt wurde.

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