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Die Bomben beim Marathon: Boston unter Schock

Zehntausende Menschen säumen die Straßen an diesem 15. April 2013. Der traditionelle Boston Marathon wird ausgetragen, als im Abstand von zwölf

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Die Bomben beim Marathon: Boston unter Schock

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Zehntausende Menschen säumen die Straßen an diesem 15. April 2013. Der traditionelle Boston Marathon wird ausgetragen, als im Abstand von zwölf Sekunden zwei Bomben detonieren. Die Bilanz: drei Tote, darunter ein Kind, 15 der 264 Veletzten müssen Körperteile amputiert werden. Auf einem Video ist Tamerlan Zarnajew, 26, zu sehen, zusammen mit seinem Bruder Dschochar, heute 21 Jahre alt. Sie sind vor Ort. Beide tragen Rucksäcke. Darin haben sie offenbar die selbstgebauten Bomben transportiert. Den Ermittlungen zufolge sind sie auf dem Heimweg. Der ältere Bruder will sich um seine dreijährige Tochter kümmern, der jüngere geht zur Universität von Massachussetts in Dartmouth.

Die Gerüchte häufen sich in der Stadt, in der die Nerven blank liegen. US-Präsident Barack Obama verspricht alle Mittel einzusetzen, um die Schuldigen zu finden. Während einer ökumenischen Messe wendet er sich an die Verletzten: “Ihr beginnt Eure lange Reise zur Genesung. Eure Stadt ist bei Euch. Eure Gemeinschaft ist mit Euch, Euer Land ist mit Euch. Wir alle werden bei Euch sein, wenn Ihr wieder Stehen und Gehen lernt. Ja, auch Laufen. Daran habe ich keinen Zweifel: Ihr werdet wieder Laufen.”

Am selben Tag töten die Brüder einen Polizisten auf dem Campus der Bostoner Universität und fliehen mit einem Geländewagen. Bei einer Schießerei mit der Polizei wird der ältere der Brüder, Tamerlan, getötet. Dschochar kann zu Fuss fliehen. 9000 Polizisten sind an der Jagd beteiligt, unterstützt werden sie von Panzerfahrzeugen und Helikoptern. Die Bostoner haben sich zuhause verschanzt, Schulen und Universitäten sowie öffentliche Verkehrsmittel sind geschlossen.

Gegen 18.30 Uhr erkennt ein Bostoner den flüchtligen Dschochar in seinem Boot, das in seinem Garten steht. Er ist verletzt und hat sich unter einer Plane versteckt. Der Mann ruft die Polizei, es fallen Schüsse. Um 20.45 Uhr wird die Festnahme des mutmaßlichen Attentäters Dschochar Zarnajew verkündet. Er wird schwer verletzt in einem Krankenwagen abtransportiert. Es ist das Ende seiner Flucht. Nach einem viertägigen Albtraum können die Bostoner endlich aufatmen.