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Eisschmelze in der Antarktis - Eine Bedrohung für Küstengebiete weltweit

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Eisschmelze in der Antarktis - Eine Bedrohung für Küstengebiete weltweit

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Ewig ist das Eis der Antarktis schon längst nicht mehr. Es schmilzt, verflüssigt sich und bringt den globalen Meeresspiegel zum Steigen, eine

Ewig ist das Eis der Antarktis schon längst nicht mehr. Es schmilzt, verflüssigt sich und bringt den globalen Meeresspiegel zum Steigen, eine Bedrohung für Küstengebiete weltweit. Laut Messungen von Nasa-Satelliten gingen im vergangenen Jahrzehnt 118 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr verloren. Besonders deutlich wird der Rückgang auf Robert Island, vor der antarktischen Halbinsel. Dort wacht seit Jahren der Brite Peter Convey über das schwindende Eis.

Peter Convey, British Antarctic Survey: “97 Prozent der Antarktischen Halbinsel sind immer noch mit Eis bedeckt. Es schmilzt nicht alles einfach davon. Aber selbst eine geringe Menge an Schmelzwasser, das zusätzlich in die Ozeane fließt, reicht aus, um auf spürbare Weise zum Anstieg des Meeresspiegels beizutragen.”

Auf der Antarktischen Halbinsel erwärmt sich der Kontinent am Schnellsten, weil das Land in den wärmeren Ozean hineinragt. Das Wasser wärmt von unten, als Folge zieht sich das Eis auf das Land zurück und wird wärmerer Luft ausgesetzt. Die chilenische Biologin Angélica Casanova beobachtet seit 1995 die Entwicklung Pflanzenwachstum und hat deutliche Veränderungen festgestellt.

Angélica Casanova, INACH: “Wie wir wissen hat auf der Antarktischen Halbinsel der größte Temperaturanstieg stattgefunden, rund drei Grad in den vergangenen 50 Jahren. Diese Pflanzen sind ein wichtiger Indikator für den Klimawandel und vor allem für die Klimaerwärmung, weil sie so positiv ansprechen.”

Noch vor wenigen Jahren hielten Wissenschaftler die Antarktis für stabil. Inzwischen ist in aktuellen Studien von einer “unaufhaltsamen” und nicht mehr “umkehrbaren” Eisschmelze die Rede. Experten sprechen gar vom “Ground Zero des Klimawandels”.

Ihren Schätzungen zufolge könnte es 1000 Jahre dauern, vielleicht aber auch nur 200, bis genug Eis geschmolzen ist, um die Meeresspiegel um rund drei Meter zu erhöhen. Betroffen wären Küstenstädte von New York bis Mumbai.