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Griechenland stopft Haushaltslöcher am Kapitalmarkt


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Griechenland stopft Haushaltslöcher am Kapitalmarkt

Griechenland hat kurzlaufende Staatsanleihen – sogenannte T-Bills – mit sechsmonatiger Laufzeit emittiert – und Käufer dafür gefunden. Mit dem Verkauf der T-Bills für 1,138 Milliarden Euro stopft die Athener Regierung Löcher im Budget, musste dafür aber 2,97 Prozent Zinsen bezahlen. Bei der letzten Auktion wurden noch 2,75 Prozent fällig. Die Rendite, die Griechenland nun bieten muss, ist die höchste seit elf Monaten.

Die Ausgabe von T-Bills ist die einzige verbliebene Möglichkeit der kommerziellen Kreditaufnahme für die linke Regierung von Alexis Tsipras. Griechenlands Gläubiger hatten T-Bills für 15 Milliarden Euro genehmigt – dieser Rahmen ist nun ausgeschöpft.

Das hochverschuldete Land hadert mit seinen Gläubigern und hat die Europäische Zentralbank (EZB) gebeten, weitere T-Bills emittieren zu dürfen.

Von einer Sitzung an diesem Donnerstag auf Zypern werden weitere EZB-Entscheidungen zu Griechenland erwartet (T-Bills, griechische Staatsanleihen als Sicherheitshinterlegung).

Die Athener Regierung hat parallel einen ersten Entwurf für ein “Anti-Krisen-Gesetz” verabschiedet. Er sieht vor, Lebensmittelkarten an etwa 300.000 verarmte Menschen in Griechenland zu verteilen und kostenlosen Strom für Menschen, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können. Geplant sind auch Mietzuschüsse von bis zu 220 Euro für etwa 30.000 Haushalte. Die Gesamtkosten veranschlagt Athen mit 200 Millionen Euro – ein Wert, der Beobachtern sehr niedrig erscheint.

Finanziert wird das Projekt wahrscheinlich durch den Griff in die Renten- und Pensionsfonds des Landes – die Regierung leiht sich daraus für 15 Tage Liquidität und will dafür Zinsen bezahlen.

su mit Reuters

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