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Protest gegen Militärmanöver in Südkorea: Messerstecher verletzt US-Botschafter

Mark Lippert, der US-Botschafter in Südkorea, ist in Seoul bei einer Messerattacke verletzt worden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem

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Protest gegen Militärmanöver in Südkorea: Messerstecher verletzt US-Botschafter

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Mark Lippert, der US-Botschafter in Südkorea, ist in Seoul bei einer Messerattacke verletzt worden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Angreifer um den 55 Jahre alten Südkoreaner Kim Ki-jong. Er ist Mitglied einer politischen Aktivistengruppe und wurde 2012 zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er den japanischen Botschafter in Südkorea mit Steinen beworfen hatte.

Kim ging am Donnerstagmorgen vor einer Veranstaltung im Zentrum von Seoul auf Lippert los und fügte dem Diplomaten Schnittwunden im Gesicht und an der Hand zu, die im Krankenhaus versorgt wurden. Man habe vor dem Saal keine Einlasskontrollen durchgeführt, weil die US-Botschaft keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, so die Polizei.

In einer Mitteilung auf der Internetseite der US-Botschaft in Seoul schrieb Lippert nach dem Angriff, es gehe ihm gut und er sei bester Stimmung.

“Wie Sie bereits in einer Stellungnahme aus Washington gehört haben, verurteilt die US-Regierung diese sinnlose Gewalttat aufs Schärfste”, sagte Robert Ogburn, Sprecher der amerikanischen Botschaft in der südkoreanischen Hauptstadt. US-Präsident Barack Obama erkundigte sich in einem Telefonat mit Lippert über dessen Gesundheitszustand.

“Solche Taten sind unter keinen Umständen zu akzeptieren. Wir nehmen den Angriff sehr ernst, vor allem weil er gegen den Botschafter der Vereinigten Staaten gerichtet war, einen unserer wichtigsten Verbündeten”, sagte Noh Kwang-il, Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums.

Armeeübungen sorgen für Spannungen

Während seiner Festnahme rief der Angreifer, die “Kriegsspiele” müssten beendet werden und meinte damit die gemeinsamen Manöver der südkoreanischen und der US-amerikanischen Streitkräfte, die seit Beginn dieser Woche in Südkorea stattfinden.

Kim Ki-jong gab an, die rund zweimonatigen Manöver seien ein Hindernis auf dem Weg zu einer Vereinigung der beiden koreanischen Staaten. Zwischen Nord und Süd war jüngst über ein mögliches Treffen auf höchster politischer Ebene verhandelt worden. Die beiden Länder befinden sich formal im Kriegszustand, nachdem der Koreakrieg 1953 mit der Unterzeichung eines Waffenstillstandes, aber ohne Friedensabkommen endete.

Nordkorea wirft den USA und Südkorea vor, mit den Armeeübungen einen Angriff vorzubereiten und führte seinerseits Raketentests durch. Die Amerikaner zeigten durch die Manöver ihre feindliche Haltung gegenüber Nordkorea, hieß es aus Pjöngjang. Nordkoreas Außenminister Ri Su-yong sagte, die Manöver seien eine Provokation und könnten zu einer kriegerischen Auseinandersetzung führen. USA und Südkorea dementieren Angriffspläne und nennen die Übungen defensiv.