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Am Jahrestag des "Blutigen Sonntags": Polizist erschießt schwarzen Jugendlichen in Wisconsin

In Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Wisconsin, hat ein Polizeibeamter einen offenbar unbewaffneten 19-jährigen Schwarzen erschossen. Nach

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Am Jahrestag des "Blutigen Sonntags": Polizist erschießt schwarzen Jugendlichen in Wisconsin

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In Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Wisconsin, hat ein Polizeibeamter einen offenbar unbewaffneten 19-jährigen Schwarzen erschossen. Nach Angaben des Polizeichefs waren die Beamten gerufen worden, weil eine Person den Straßenverkehr behinderte. Sie gingen zur Wohnung des Verdächtigen, wo dieser sich inzwischen aufhielt und hörten Geräusche im Innern der Wohnung. Nachdem sie sich Zugang verschafften, habe der Verdächtige einen der Beamten angegriffen, der dann mehrfach auf den Jungen schoss. Er erlag seinen Verletzungen anschließend im Krankenhaus. Wie das Wisconsin State Journal berichtet, hat die Abteilung für Gewalttaten des Justizministeriums Ermittlungen eingeleitet. Wisconsin halt als erster US-Bundesstaat im April 2014 ein Gesetz verabschiedet, in dem Fälle, in die Polizisten selbst verwickelt sind, zusammen mit unabhängigen Ermittler untersucht werden müssen.

Dutzende protestierten noch in der Nacht in der Nähe des Tatorts. Im vergangenen Sommer war der ebenfalls unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown in Ferguson von einem weißen Polizisten erschossen worden. Danach war in den USA eine Debatte über unverhältnismäßige Polizeigewalt gegenüber Afroamerikaner ausgebrochen.

Das Justizministerium hatte am Mittwoch einen Bericht veröffentlicht, der Diskriminierungen in Ferguson feststellte. Polizisten seien in der Stadt in unverhältnismäßiger Weise gegen Schwarze vorgegangen, bestätigte US-Präsident Barack Obama. Die US-Regierung kündigte an, der Polizeigewalt in der Kleinstadt Ferguson zu begegnen und die Polizeibehörde zu reformieren.

Obama nimmt heute an einer Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestages des “Blutigen Sonntags” teil. Am 7. März 1965 waren in der Stadt Selma im Bundesstaat Alabama mehrere hundert Menschen gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung auf die Straße gegangen. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die friedlichen Demonstranten vor. Es gab zahlreiche Verletzte.