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Fantasporto 2015: Gruseln, Gänsehaut und Fuchsfee

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Fantasporto 2015: Gruseln, Gänsehaut und Fuchsfee

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Im Rivoli Theater in Porto fand die 35. Ausgabe des Fantasporto Filmfestivals statt. Eine Woche voller Gänsehaut, Gruseln und Erschauern mit 173

Im Rivoli Theater in Porto fand die 35. Ausgabe des Fantasporto Filmfestivals statt. Eine Woche voller Gänsehaut, Gruseln und Erschauern mit 173 Filmen aus 28 Ländern. Der Wettbewerb gilt als einer der wichtigsten im Bereich des Fantasyfilms und genießt internationale Anerkennung.

Der Hauptpreis ging diesmal an den ungarischen Streifen Liza, the Fox Fairy von Károly Ujj Mészáros. Eine herrlich schwarze Komödie über eine Krankenschwester, die nach dem Mann des Lebens sucht. Leider sterben alle potenziellen Anwärter auf unerklärliche Weise. Liza glaubt, dass sie eine Fuchsfee ist, eine verwunschene Kreatur aus der japanischen Mythologie.

Festivaldirektorin Beatriz Pacheco Pereira zieht eine positive Bilanz. “Wir hatten viele Besucher, die speziell wegen der Filme herkamen. Wir hatten 48 Welt- beziehungsweise Europa-Premieren zu bieten. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Portugal eine relativ kleine Filmnation ist. Wir hatten ausgezeichnete Filme im Programm, allen voran aus Osteuropa. Länder wie Georgien und Ungarn waren vertreten und natürlich auch das portugiesische Kino. Wir haben alles, was wir brauchen, um weiterhin ein großes Festival anzubieten in engem Kontakt mit der Filmindustrie.”

Einen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhielt die Britin Catriona MacColl. Sie wurde Anfang der 80er Jahre durch die Zombie-Filme des Italieners Lucio Fulci bekannt.
Die Filmikone war auch im Wettbewerbsbeitrag Horsehead – Wach auf wenn Du kannst… zu sehen.

Das Spielfilmdebüt des Franzosen Romain Basset wurde in Porto mit dem Preis für den besten Regisseur ausgezeichnet. Die beiden trafen sich vor acht Jahren auf einem Festival und wurden enge Freunde.

Catriona MacColl: “Er ist ein bisschen wie mein Sohn. Ich habe keinen, er ist eine Art Ersatz. Ich habe ihn immer angespornt, wenn er Zweifel hatte, wenn die Dinge nicht so klappten, wie geplant. Und dann kam er plötzlich auf diese fantastische Idee.”

Romain Basset: “Wir kannten uns, aber hatten keine Ahnung, was geschehen würde. Das war unmöglich. Ich hatte mir insgeheim geschworen, dass ich eines Tages einen Film mit Catriona drehen würde.”

“Landmine goes click” ist ein Psychothriller aus Georgien. Es geht um einen amerikanischen Touristen, der versehentlich – oder auch nicht – auf eine Landmine tritt. Der Streifen von Levan Bakhia gefiel den Zuschauern in Porto und wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Levan Bakhia: “Ich bin zum ersten Mal auf diesem Festival und hatte keinerlei Erwartungen. Es hat mir sehr gut gefallen. Die Meinung des Publikums ist sehr wichtig für mich. Und die Tatsache, dass der Film hier gut ankam, ist wirklich von großer Bedeutung für mich.”

Auch der portugiesische Filmemacher und Produzent Fernando Vendrell wurde mit einem Ehrenpreis für sein Schaffen ausgezeichnet.

Fernando Vendrell: “Das ist ein Preis für meine Karriere, dabei ist sie noch lange nicht zu Ende. Das ist ein Ansporn, über meine Zukunft als Regisseur und Produzent nachzudenken, ebenso über die Zukunft des portugiesischen Films.”

Bekannt ist Vendrell vor allem für seine afrikanischen Filme, wie Fintar o Destino über einen Fußballspieler auf den Kapverden oder das Sozialdrama “Pele” über eine junge Frau mit angolanischen Wurzeln.

Fantasporto meldet sich 2016 mit neuen Filmperlen und einem abgespeckten Programm zurück. Denn in diesem Jahr war die Filmauswahl einfach zu reichhaltig.