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Zweiter Weltkrieg: Merkel ermutigt Japan zu Auseinandersetzung mit Vergangenheit

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan bei einem Besuch in Tokio ermutigt, sich mit seiner Kriegsvergangenheit auseinanderzusetzen

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Zweiter Weltkrieg: Merkel ermutigt Japan zu Auseinandersetzung mit Vergangenheit

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan bei einem Besuch in Tokio ermutigt, sich mit seiner Kriegsvergangenheit auseinanderzusetzen. Kurz vor dem 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges hatten China und Südkorea Japan eine mangelnde Aufarbeitung seiner Schuld vorgeworfen. Merkel nahm zu dieser Kritik keine Stellung, verwies aber auf den europäischen Einigungsprozess, der auch ein Resultat erfolgreicher Vergangenheitsbewältigung und Versöhnung sei. “Ich bin nicht nach Japan gekommen um Japan Hinweise zu geben, was es zu tun hat” so Merkel nach einem Treffen mit Regierungschef Shinzo Abe. “Ich kann nur davon berichten, was Deutschland getan hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es immer wieder sehr intensive Diskussion in Deutschland gegeben, zum Teil sehr harte Diskussionen, über die Frage, wie man die Vergangenheit aufarbeitet.”

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Ich bin nicht nach Japan gekommen um Japan Hinweise zu geben, was es zu tun hat.

Im Hinblick auf den G7-Gipfel in Deutschland im Juni standen auch Themen wie die Ukraine und Terrorismusbekämpfung auf der Tagesordnung.

Ein Besuch in einem Technologiemuseum war ein weiterer Programmpunkt der zweitätigen Japanreise der Kanzlerin. Roboter werden in Japan immer wichtiger und sollen zum Beispiel auch in der Altenpflege eingesetzt werden. Demografie sei einer der Bereiche, in denen man enger zusammenarbeiten wolle, so Merkel.

Im Jahr der deutschen G7-Präsidentschaft hat sich Merkel die Stärkung der Rechte von Frauen, der Förderung ihrer Selbstständigkeit und Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben. In Tokio gesteht sie offen ein, dass in Deutschland noch zu wenig Frauen in Führungspositionen sind – in Japan sieht es nicht besser aus. Und obwohl Merkel sich keineswegs als Vorkämpferin der Frauenquote bekanntgemacht hat, klingt ein wenig Stolz in ihrer Stimme, als sie in Tokio von der Entscheidung des Bundestags vom vorigen Freitag berichtet: die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte von Großunternehmen. Ein erster Schritt. Er kam auf Drängen der SPD zustande.