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Debaltsewe: Auferstehen aus Ruinen

Das war Debaltsewe vor nicht einmal einem Monat: Die ukrainische Armee liefert sich heftige Gefechte mit den Separatisten. Viel zu bieten hat der Ort

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Debaltsewe: Auferstehen aus Ruinen

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Das war Debaltsewe vor nicht einmal einem Monat: Die ukrainische Armee liefert sich heftige Gefechte mit den Separatisten. Viel zu bieten hat der Ort nicht. Doch Debaltsewe ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und damit von strategischer Bedeutung.

Meinung

Es ist unmöglich, in Worte zu fassen, was wir durchgemacht haben.

Die Schlacht hat Spuren hinterlassen. Ruinen zeugen vom Häuserkampf. Die Menschen, die nicht fliehen konnten, sind traumatisiert.

“Wir haben überlebt”, sagt Nadezhda Ignatenko, eine Bewohnerin von Debaltsewe. “Es ist unmöglich, in Worte zu fassen, was wir durchgemacht haben. Zuerst konnte ich mich noch im Keller verstecken. Ich habe vor Angst gezittert, und immer wieder flogen Granaten.”

Die Separatisten haben mit dem Wiederaufbau des zerstörten Ortes begonnen. Der Strom ist zurück und auch die Brotfabrik hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Im Krankenhaus aber gibt es weder Heizung noch fließendes Wasser. Nataliya Maslowa hat sich eine Bronchitis eingefangen, doch schlimmer ist die Erinnerung: “Es gab so viele Leichen”, sagt sie und kann ihre Tränen nicht zurückhalten. “Die Hunde haben sie gefressen: Hände, Beine, Köpfe. Denn keiner konnte die Leichen wegschaffen.”

Debaltsewe liegt auf halbem Weg zwischen den Großstädten Donezk und Luhansk. Mit der Einnahme des Ortes schlossen die Separatisten diese Trasse – den hohen Preis musste vor allem die Bevölkerung zahlen. Zweifel am Waffenstillstand haben in Debalzewe nach wie vor viele – auch dieser Kämpfer, der sich Cherniy nennt, bleibt skeptisch: “Für mich ist es bereits der dritte Waffenstillstand. Jedes Mal war es das Gleiche: Es wurden Stellungen errichtet und Kräfte zusammengezogen.”

Es bleibt also dabei: Der Weg zu Frieden ist noch weit. Auch und vor allem in Debaltsewe.