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Der Ölpreis bleibt niedrig

Leichter Anstieg der Ölpreise im Februar Die Ölpreise ziehen wieder an. Die Talfahrt der Rohölpreise der letzten Monate ist anscheinend vorbei. Zum

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Der Ölpreis bleibt niedrig

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Leichter Anstieg der Ölpreise im Februar

Die Ölpreise ziehen wieder an. Die Talfahrt der Rohölpreise der letzten Monate ist anscheinend vorbei. Zum ersten Mal seit Juli kam der Ölpreismarkt wieder in Schwung. Im Februar stieg der Brent-Rohölpreis um 18,79 Prozent und der WTI Rohölpreis verzeichnete einen Anstieg um 4,56 Prozent.

Doch in den USA ging im Februar die Zahl der aktiven Bohranlagen um 19,38 Prozent zurück. Die Rohöllagerbestände in den USA stiegen unterdessen. Am Ende wurden 8,4 Millionen Barrel im Februar gezählt.

Im Nahen Osten geben sich die Golfländer weiter zuversichtlich. Dieser Einstellung bleiben sie seit dem Opec-Treffen im November treu und das könnte zur Stabilität des Ölpreises beitragen. Ali Al-Naimi der saudi-arabische Erdölminister betonte: “Saudi Arabien ist weiterhin dazu entschlossen alles zu tun, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Doch aufgrund der Umstände müssen andere Länder, die nicht Mitglied der Opec sind, mitmachen. Bis jetzt tun sie das nicht. Sie haben ihre Gründe. Aber ich möchte klarstellen, dass Saudi-Arabien weiterhin eine Einigung anstrebt.”

Die niedrigen Preise haben auch Saudi-Arabien getroffen. Die Ölpreise sind seit vergangenen Juli um die Hälfte eingebrochen. Damals betrug der Preis zwischen 100 und 115 US-Dollar pro Barrel.

Alle warten nun gespannt auf das Opec-Treffen im Juni.

Die Analyse von Nour Eldeen Al-Hammoury

Viele fragen sich, ob die Stabilisierung der Ölpreise anhalten wird. Um mehr zu erfahren, sprechen wir mit Nour aldeen Al Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS-Securities in Abu Dhabi. Wird sich die Preissteigerung, die wir im Februar beobachtet haben, fortsetzen oder steht ein erneuter Sinkflug an?

Nour Eldeen Al Hammoury:
“Geopolitische Faktoren haben bei der Stabilisierung des Preises eine Rolle gespielt. Vor allem seit dem jüngsten Abkommen zwischen Russland und der Ukraine und den Angriffen der Koalition auf IS-Milizen im Irak. Die irakische Armee eroberte Ölfelder in der Nähe von Mossul zurück.
Unterdessen spielt der erstarkende US-Dollar eine entscheidende Rolle bei dem Verfall des Ölpreises, trotz der jüngsten Stabilisierung. Wenn der US-Dollar weiter steigt, dann kommen die Ölpreise unter Druck und dann wäre ein plötzlicher Anstieg des Preises in den kommenden Monaten sehr unwahrscheinlich. Zudem wächst das Angebot, während die Nachfrage schwach bleibt und die Produktion weiter erhöht wird. Negative Wirtschaftsdaten von Industrieländern wie China werden den Ölpreis höchstwahrscheinlich weiter niedrig halten vor dem Opec-Treffen im Juni.”

euronews, Daleen Hassan:
“Inwieweit haben die Ölminister der Golfländer zur Stabilisierung beigetragen? Obwohl die Produktion nicht zurückgeschraubt wurde?”

Nour Eldeen Al Hammoury:
“Die Äußerungen der Minister haben in der Tat eine entscheidende Rolle bei der jüngsten Stabilisierung gespielt. Sie versuchten die Märkte zu beschwichtigen. Sie sagten, der Verfall des Ölpreises sei nur vorübergehend und die Preise würden bald wieder ansteigen. Die Minister sind zuversichtlich und überzeugt davon, dass die Produzenten früher oder später handeln werden.
Die Anleger haben ihre Short-Positionen geschlossen und so den Druck von den Preisen genommen.”

euronews:
“Trotz des leichten Anstiegs bleiben die Ölpreise niedrig. Was für Auswirkungen hat das auf die Golfregion?”

Nour Eldeen Al Hammoury:
“Niedrige Ölpreise sind für die Golfländer gefährlich, ein Budgetdefizit droht. Das könnte zu einer Kürzung der Ausgaben oder neuen Maßnahmen, wie z.B. neuen Steuern führen. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass die Golfländer über unglaublich volle Reserven verfügen. Berichten zufolge könnte Saudi Arabien mehr als acht Jahre mit einem niedrigen Ölpreis leben, ohne seine Ausgaben zu ändern. Doch wie ich bereits sagte, werden niedrige Ölpreise die Golfländer langfristig treffen.”

euronews:
“Sprechen wir von den USA. Wir haben einen Rückgang der aktiven Bohranlagen und einen Anstieg der Ölreserven bemerkt. Wie wirkt sich das auf den Ölmarkt in den USA aus?”

Nour Eldeen Al Hammoury:
“Beim Rohöl West Texas Intermediate hat sich in letzter Zeit nicht viel getan. Es war kein klarer Trend erkennbar. Doch der Rückgang der aktiven Bohranlagen wird sich negativ auf den Energiesektor auswirken.
Der Abwärtsdruck bleibt bestehen, während die Reserven wachsen und die Zahl der aktiven Bohranlagen abnimmt. Es könnte also zu Insolvenzen kommen.
Der Energiesektor in den USA gehört nun zu den schwächsten Sektoren. Das erhöht den Druck auf die Regierung und auf den WTI-Rohölpreis, außer es gibt einen klaren Eingriff, um den Sektor oder die Preise zu unterstützen.”