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Wahl in Israel: Erstmals tritt eine Partei strenggläubiger Frauen an

"Bes'chutan" unter Parteichefin Ruth Colian will auch in den Reihen der Ultraorthodoxen gleiche Rechte für Mann und Frau. Genau das ist in diesem Teil der Gesellschaft aber undenkbar

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Wahl in Israel: Erstmals tritt eine Partei strenggläubiger Frauen an

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Am Dienstag wird in Israel ein neues Parlament gewählt.

Meinung

Wenn eine Frau ihren Platz nicht zuhause sieht, wenn sie über ihrem Mann stehen will, dann ist das ein Problem.

Manches ist diesmal anders – zum Beispiel, dass mit “Bes’chutan” eine Partei strenggläubiger jüdischer Frauen antritt, an ihrer Spitze Ruth Colian.

Sie wollen auch in den Reihen der Ultraorthodoxen, der “Haredim”, gleiche Rechte für Mann und Frau.

Genau das ist in diesem Teil der Gesellschaft aber undenkbar: Die Kandidatinnen wurden schon beschimpft und bedroht.

Dabei führt auch Colian ein strenggläubiges Leben: So hat sie vorschriftsmäßig ihre Haare bedeckt – wenn auch mit einer Perücke.

Man wolle mehr Unterstützung für Frauen, einen richtigen Ansprechpartner im Parlament, sagt sie. Der Staat habe dabei versagt, strenggläubige Frauen zu schützen.

Ultraorthodoxe Männer lehnen solche Anliegen ab; aber auch Frauen sind dagegen.

“Wenn eine Frau ihren Platz nicht zuhause sieht”, sagt eine von ihnen bei einem Wahlkampfauftritt der neuen Partei in einem orthodoxen Viertel, “wenn sie über ihrem Mann stehen will, dann ist das ein Problem.”

Dabei gibt es strenggläubige Parteien wie “Schas”: Bei ihnen sind Frauen aber unerwünscht.

Haredische Männer geben sich oft dem Studium von Glaubensdingen hin uind bekommen dafür eine kleine Beihilfe.

Die Frau darf dann durchaus das eigentliche Einkommen beisteuern; eine weitergehende öffentliche Rolle bleibt ihr indes verwehrt.

Illusionen macht sich die Parteichefin von Bes’chutan nicht: Die meisten strenggläubigen Frauen, so sagt Colian, würden ankreuzen, was ihnen ihr Mann vorgebe.

Und der Mann tue, was ihm der Rabbi sage.