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Lufthansas bescheidene Zukunft

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Lufthansas bescheidene Zukunft

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Lufthansa-Kunden können sich in diesem Jahr auf weiter sinkende Ticketpreise freuen, müssen sich aber auch auf
weitere Pilotenstreiks einrichten. Das Unternehmen hat sich für 2015
angesichts starker Konkurrenz bescheidene Gewinnziele gesetzt:1,5 Milliarden Euro an bereinigtem Gewinn vor Steuern und Zinsen – Streikrisiken noch nicht eingerechnet. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern gleich zwei Gewinnwarnungen herausgeben müssen.

Für 2014 hatte die Airline den Aktionären schon im Februar die Dividende gestrichen. Hohe Pensionslasten, der Verkauf der Rechenzentren und Fehlspekulationen bei der Kerosin-Preissicherung hatten nach deutscher Rechnungslegung 732 Millionen Euro Nettoverlust eingefahren. Nach internationaler Rechnungslegung blieb 2014 bei konstantem Umsatz von 30 Milliarden Euro ein Mini-Gewinn von 55 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr hatten zehn Streikwellen der Piloten und Ausstände des Flughafen-Sicherheitspersonals die Lufthansa rund 232 Millionen Euro gekostet.

Man werde mit den seit knapp einem Jahr immer wieder streikenden Piloten zu einer Einigung kommen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr: “Es gibt für beide Seiten keinen Ausweg.” Das Unternehmen wolle aber eine nachhaltige Lösung und keine teuren Kompromisse. Es gehe um einen Ausgleich zwischen alten Privilegien und neuen Perspektiven. “Perspektiven kann
man nicht erstreiken, die muss man sich erarbeiten”.

Das 2012 angeschobene Sanierungsprogramm “Score” hat laut Lufthansa bisher 2,5 Milliarden Euro Ergebnisbeitrag gebracht und rund 3.500 Jobs gekostet.

Mit dem Ausbau der Billigplattform Eurowings gehe es nun an die
strukturellen Änderungen im Konzern, sagte Spohr. Zusammen mit den profitablen Service-Sparten Technik und Catering werde der Punkt-zu-Punkt-Verkehr bis 2020 rund 40 statt bislang 30 Prozent des
Umsatzes ausmachen. Die Kernmarke Lufthansa könne nur wachsen, wenn
es schneller als bislang gelinge, die Kosten für den angebotenen Flugkilometer zu senken.

su mit dpa