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Rezessionsgefahr: Russischer Leitzins gesenkt

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Rezessionsgefahr: Russischer Leitzins gesenkt

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Das nennt man eine Zwickmühle: Russlands Notenbank hat ihre Geldpolitik gelockert – trotz der hohen Inflation im Land. Laut Notenbank in Moskau fällt der Zins für einwöchiges Zentralbankgeld um
1,0 Punkte auf 14,0 Prozent.

Falls nötig, seien noch weitere Zinsschritte möglich. Es ist die zweite Leitzinssenkung in diesem Jahr. Ende vergangenen Jahres hatte sich die Zentralbank noch mit massiven Zinsanhebungen gegen den Wertverfall des Rubel gestemmt.

Darren Sinden, Analyst, Admiral Capital Markets, London:

“Der Rubel ist effektiv im Wert halbiert. Russland bekommt für den Verkauf von Öl und anderen Rohstoffen viel weniger Dollar-Einnahmen – und die Lebensmittelpreise zwicken.”

Ein Dollar hatte jahrelang um die 30 Rubel gekostet. 2014 war der Preis Richtung 70 Rubel explodiert. Aktueller Kurs: Gut 60 Rubel.

Wegen der westlichen Sanktionen und des Preisverfalls des wichtigsten Exportgutes Öl befürchtet die Zentralbank eine Rezession.
Das russische Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesen Jahr um bis zu 4,0 Prozent schrumpfen.

Sinkende Zinsen verbilligen Kredite für Investitionen und Konsum, das kann die Konjunktur anschieben.

su mit dpa, Reuters