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Zionistisches Lager - ein ungewöhnliches Bündnis

Es ist ein ungewöhnliches Bündnis, das bei den israelischen Parlamentswahlen einen großen Erfolg feiern und der Ära Netanjahu ein Ende setzen

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Zionistisches Lager - ein ungewöhnliches Bündnis

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Es ist ein ungewöhnliches Bündnis, das bei den israelischen Parlamentswahlen einen großen Erfolg feiern und der Ära Netanjahu ein Ende setzen, könnte. Ende vergangenen Jahres wurde die “Zionistische Union” gegründet – von der ehemaligen Außenministerin Zipi Livni und dem Chef der Arbeiterpartei, Jitzchak Herzog. Es setzt sich für eine Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit den Palästinensern ein.

Meinung

Wir müssen uns zusammenschließen, wir müssen zusammenarbeiten, um zu gewinnen, denn es gewinnt entweder Netanjahu oder wir.

Herzog hat im Vergleich zum amtierenden Ministerpräsidenten Netanjahu nur wenig politische Erfahrung. Er gilt als zu weich und wenig charismatisch. Den Wählern verspricht er eine “Wende für das israelische Volk”.
Er sagte: “Wir müssen uns zusammenschließen, wir müssen zusammenarbeiten, um zu gewinnen, denn es gewinnt entweder er oder wir.”

Herzogs politische Karriere begann 1999, als er unter Ehud Barak Kabinettssekretär wurde.
In der Regierung von Scharon diente er als Minister für Wohnungs- und Bauwesen. Später übernahm er das Amt des Sozialministers. Ende 2013 wurde er zum Vorsitzenden der Arbeiterpartei gewählt.

Für die anstehenden Wahlen entschied er sich zu einer Koalition mit der Partei “Hatnua”, deren Vorsitzende Zipi Livni ist. Die Partei ging 2012 aus einer Abspaltung der Kadima-Partei hervor. Im Falle eines Wahlsieges will Herzog zahlreiche Siedlungsbaupläne einfrieren.

Herzog und Livni haben zudem eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten vereinbart. Livni studierte Jura und begann ihre Karriere beim Auslandsgeheimdienst Mossad. Nach ihrer Heirat quittierte sie den Dienst. 1999 wurde sie zum ersten Mal in die Knesset gewählt. In Ariel Scharon fand sie einen Förderer. Bald arbeitete sie in seinem Kabinett. Sie leitete verschiedene Ministerien, darunter das Landwirtschafts- Justiz- und Außenministerium.

2006 folge Livni Scharon in die neu gegründete Kadima-Partei. Nachdem Scharon einen Hirnschlag erlitten hatte, wurde sie unter seinem Nachfolger Ehud Olmert später die zweite Außenministerin in der Geschichte des Landes. Von 2008 an leitete sie die größte Oppositionspartei.

Im gleichen Jahr unterstützte Livni den Gazakrieg und rechtfertigte den Angriff als “Selbstverteidigung”. Später war sie an Friedensverhandlungen mit den Palästinensern beteiligt. Die 56-Jährige setzt sich dafür ein, diese neu zu beleben.

Bei den Neuwahlen 2009 trat sie als Spitzenkandidatin der Kadima-Partei an. Zwar gewann die Partei, jedoch gelang es dem Spitzenkandidaten der Likud-Partei, Benjamin Netanjahu eine Regierung zu bilden. Livni zog sich vorübergehend aus der Politik zurück und gab Ende 2012 ihr Comeback. Nun hofft sie, mithilfe der “Zionistischen Union”, ins Zentrum der Macht zurückzukehren.