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Kurz vor den israelischen Wahlen: Umfragen sehen Oppositionsbündnis knapp vorn

Es war die bislang größte Kundgebung vor den israelischen Wahlen am kommenden Dienstag. Zehntausende forderten in Tel Aviv am vergangenen Wochenende

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Kurz vor den israelischen Wahlen: Umfragen sehen Oppositionsbündnis knapp vorn

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Es war die bislang größte Kundgebung vor den israelischen Wahlen am kommenden Dienstag. Zehntausende forderten in Tel Aviv am vergangenen Wochenende die Abwahl Benjamin Netanjahus und einen neuen Schwerpunkt der Politik auf Gesundheit, Bildung und niedrigere Lebenshaltungskosten.

Zwar sind linke Parteien in Tel Aviv traditionell stark, doch in den Umfragen schwächelt der amtieren Ministerpräsident derzeit landesweit. “Ich finde, dass Bibis [Netanjahus] Zeit vorbei ist und wir eine ‘Revolution’ brauchen”, so ein Einwohner der Mittelmeerstadt.

Laut den Umfragen liegt das links-oppositionelle Zionistische Bündnis derzeit vorn, mit bis zu 26 von 120 Sitzen in der Knesset. Benjamin Netanjahus Likud hingegen kommt nur auf 22.

“Ich mache mir durchaus Sorgen”, so Netanjahu. “Jeder, der die Zahlen sieht weiß, dass wir drei Tage haben, um den Rückstand aufzuholen. Sonst werden Zipi Livni und Jitzchak Herzog hier in Israel Ministerpräsidenten, mit Unterstützung der Araber.”

Der amtierende Ministerpräsident beklagt eine Zersplitterung des rechten Flügels und forderte Wähler des gesamten konservativen Spektrums auf, sich hinter ihm zu sammeln.

Auf Sozialen Medien und in Interviews spricht er von einer internationalen Verschwörung, die die linke Opposition mit Geld unterstütze und so illegitim die Macht ergreifen wolle.

Das Zionistische Bündnis weist dies zurück und wirft Netanjahu vor, Sicherheitsthemen wie den Iran und Palästina aufzubauschen um die Wähler damit von inneren Problemen abzulenken.

“Wird es einen Wechsel geben?”, fragte ein Journalist Jitzchak Herzog, den Parteichef der Arbeitspartei Awoda und politischen Partner Zipi Livnis im Zionistischen Bündnis.
“Wir arbeiten hart daran”, so Herzog. “Es ist noch ein weiter Weg aber wir hoffe, zu gewinnen.”

Eine Regierungsmehrheit ihres gemeinsamen Zionistischen Bündnisses ist in Zusammenarbeit mit der Arabischen Koalition denkbar, aber auch mit dem derzeitigen Vorsprung alles andere als garantiert.

Denn die zahlenmäßig bessere Ausgangslage, im überwiegend konservativen politischen Spektrum Israels ausreichend Koalitionssitze zusammen zu bekommen, hat weiterhin Netanjahu. Vorausgesetzt, er schafft es erneut, den rechten Flügel hinter sich zu vereinen.