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Pakistan: Lynchjustiz nach Taliban-Doppelanschlag

Bei einem Doppelanschlag auf zwei benachbarte Kirchen sind in der pakistanischen Stadt Lahore mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 70

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Pakistan: Lynchjustiz nach Taliban-Doppelanschlag

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Bei einem Doppelanschlag auf zwei benachbarte Kirchen sind in der pakistanischen Stadt Lahore mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 70 weitere erlitten Verletzungen.

Meinung

In Pakistan sind Minderheiten schutzbedürftig

Beide Tatorte liegen im überwiegend von Christen bewohnten Stadtviertel Yohana Abad.

Zu den Anschlägen bekannte sich eine Splittergruppe der radikal-islamischen Taliban.

Als Polizisten die Attentäter am Eingang der Kirchen stoppen wollten, hätten die Männer ihre Sprengstoffwesten gezündet.

Zwei weitere Verdächtige wurden kurz darauf von der aufgebrachten Menschenmenge gelyncht.

In der Metropole Karatschi und anderen pakistanischen Städten demonstrierten zahlreiche Menschen gegen religiös motivierte Gewalt.

Zum Zeitpunkt der Anschläge wurden in beiden Kirchen Gottesdienste abgehalten.

Pater Bernard Yousus Bhatti sagte in Karatschi:

“Wir verurteilen die Taten aufs Schärfste und wir fordern den Schutz der Regierung für die Ausübung aller Religionen, auch für muslimische Gebetsstätten. In Pakistan sind Minderheiten schutzbedürftig.”

Auch Papst Franziskus verurteilte die beiden Anschläge in Lahore und rief zu einem Ende der Verfolgung von Christen auf.

Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten – vor allem Schiiten – sind in Pakistan immer wieder Ziel von Angriffen extremistischer Sunniten-Gruppen wie der Taliban.

Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden.