Eilmeldung

Eilmeldung

Geldwäscheskandal in Andorra: Bankpleite in Spanien

Sie lesen gerade:

Geldwäscheskandal in Andorra: Bankpleite in Spanien

Schriftgrösse Aa Aa

Andorra, ein Kleinstaat in den östlichen Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich, hat 76.098 Einwohner, vier Banken, die einen von 30 Andorranern beschäftigen und einen handfesten Skandal. Jüngste Welle: Das auf wohlhabende Kunden konzentrierte spanische Geldhaus Banco Madrid schlittert in die Insolvenz.

Nach Geldwäschevorwürfen habe das Institut Antrag auf Gläubigerschutz gestellt, so die spanische Zentralbank. Zahlreiche Kunden des Banco Madrid hätten ihre Einlagen abgezogen. Dies habe es der Bank schwer gemacht, ihren finanziellen Verpflichtungen zeitnah nachzukommen.

Die Bank in Spanien verwaltete rund 6 Milliarden Euro Vermögen für 15.000 Kunden und gehört zum Konzern Banca Privada d’Andorra (BPA), den das US-Finanzministerium als Geldwäsche-“Helfershelfer” krimineller Banden aus Russland und China aufs Korn genommen hat. Allein die gewaschenen Gelder des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns Petróleos de Venezuela S. A. (PDVSA) werden auf an die zwei Milliarden Euro geschätzt.

Was bisher geschah:

Der Chef der drittgrößten Privatbank in Andorra ist hinter Gittern, die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Kreditwürdigkeit des Zwergstaates von BBB+ auf BBB herab, zwei Stufen über dem sogenannten Ramsch-Status.

Und es geht weiter:

Die spanische Anti-Geldwäsche-Einheit (Sepblac) ermittelt gegen mindestens sechs Beamte der Regierung des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Nach Berichten spanischer Medien soll dieser Personenkreis in einer Liste von Klienten aufgetaucht sein, die im Zusammenhang mit der Geldwäsche undurchsichtige und kriminelle Transaktionen in Milliardenhöhe durchgeführt haben.

Andorra hat das Management der Banca Privada d’Andorra übernommen. Eine der ersten Amtshandlungen: Kunden kommen pro Woche nur noch an maximal 2.500 Euro ran.

su mit Reuters