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Deutscher bei Angriff auf tunesisches Nationalmuseum getötet

Bei einem bewaffneten Angriff auf das Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind mindestens 21 Menschen getötet worden.

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Bei einem bewaffneten Angriff auf das Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Nach Angaben der tunesischen Regierung töteten die Angreifer, die Tarnuniformen der tunesischen Streitkräfte trugen, 19 Personen, darunter 17 Touristen aus Deutschland, Polen, Italien und Spanien. Zwei Angreifer wurden bei der Erstürmung des Nationalmuseums durch Spezialeinheiten der Polizei getötet. 24 Personen wurden verletzt, darunter 22 Touristen.

Offenbar zwei Angreifer hatten am Mittag auf dem Platz, an dem das Bardo-Nationalmuseum und das Parlament liegen, mit Schnellfeuergewehren das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet. Dabei kamen acht Menschen um – darunter nach Angaben der tunesischen Behörden sieben ausländische Urlauber. Nach der Schießerei nahmen die Täter im Bardo-Nationalmuseum weitere Touristen als Geiseln. Das Bardo-Museum wird von vielen Touristen besucht.

Ministerpräsident Habib Essid bezeichnete den Angriff als Anschlag auf die tunesische Wirtschaft: “Ich lade alle politischen Parteien und die Kräfte der Zivilgesellschaft ein, sich mit uns im Kampf gegen den Terrorismus, der die Stabilität unseres Landes gefährdet, zu verbünden. Als Regierung ist es unsere Verantwortung, unser Land zu verteidigen. Diese Verantwortung werden wir wahrnehmen”, sagte Ministerpräsident Essid.

Nach Angaben des italienischen Außenministeriums konnten zu Beginn der Geiselnahme etwa 100 italienische Touristen in Sicherheit gebracht werden. Es handelt sich um eine Gruppe von Passagieren des Kreuzfahrtschiffs “Costa Fascinosa”. Die “Costa Fascinosa” lag auf einer Kreuzfahrt von Palermo nach Mallorca im Hafen von Tunis vor Anker.

Zu dem Anschlag hat sich bislang niemand bekannt, das Motiv ist unklar. Am Dienstag hatte die tunesische Polizei eine Terrorzelle in Tunis ausgehoben.

Beobachter sehen auch einen möglichen Zusammenhang mit der Tötung eines führenden IS-Kämpfers im Nachbarland Libyen. Achmed Rouissi war am Samstag in Sirte getötet worden. Möglicherweise handelt es sich um einen Vergeltungsakt.

Einer anderen Theorie zufolge könnten IS-Kämpfer versucht haben, das Bardo-Museum zu stürmen, um dort vorislamische Kunstgegenstände zu zerstören, so wie es ihre Gesinnungsgenossen in Syrien und dem Irak vorexerziert haben.

Weiterführender Link

The National Bardo Museum