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Opel meldet sich aus Russland ab - und ist nicht allein

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Opel meldet sich aus Russland ab - und ist nicht allein

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Die russische Wirtschaftskrise setzt dem seit Monaten angeschlagenen Automarkt im größten Land der Erde heftig zu.

Der Verkauf brach im Februar nach Branchenangaben (Vereinigung Europäischer Unternehmen AEB) um fast 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Und das soll erst der Anfang sein.

Der Markt ist von den erhofften 3 Millionen Neuwagen im Jahr auf weniger als die Hälfte zurückgefallen. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 3 Millionen Autos zugelassen.

Der südkoreanische Autohersteller Ssangyong Motor liefert schon seit Januar nach einem Absatzeinbruch von 41 Prozent im vergangenen Jahr auf 21,258 Autos gar nichts mehr nach Russland, wie jetzt bekanntwurde.

Auch andere Autobauer wie Volkswagen und Ford kämpfen wegen des rapiden Absatzrückgangs in dem Land mit Problemen. Die spanische VW-Tochter Seat hatte im November angekündigt, den Verkauf Anfang dieses Jahres in Russland einzustellen.

Auch Opel bricht seine Aktivität auf dem einstigen Hoffnungsmarkt zum Jahresende ab. Chevrolet werde sich zum Dezember weitestgehend aus Russland zurückziehen, so die Opel-Mutter General Motors (GM).

Das GM-Fahrzeugwerk in St. Petersburg wird Mitte des Jahres stillgelegt. Auch die Auftragsfertigung von Chevrolet-Fahrzeugen bei GAZ wird beendet. Die Opel-Gruppe beschäftigt derzeit noch 1.000 Mitarbeiter in St. Petersburg und 300 in Moskau.

Die Kosten des Rückzugs bezifferte die Konzernmutter General Motors auf bis zu gut 560 Millionen Euro.

Opel hatte wie kein anderer deutscher Hersteller auf russische Käufer vertraut. Noch 2013 war Russland nach Deutschland und Großbritannien der drittgrößte Markt für den Hersteller. Gleichzeitig will das Unternehmen 2016 in Europa wieder profitabel sein.

“Wir sind zu der Einschätzung gekommen, dass die Perspektive für den russischen Markt nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig nicht gut sind”, so Vorstandschef Karl-Thomas Neumann.

Der Kreml bedauert den Rückzug des US-Autobauers General Motors (GM) und der GM-Tochter Opel aus Russland. “Aber der
Markt duldet kein Vakuum, die frei gewordene Nische wird sofort von anderen Konzernen besetzt”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut russischen Agenturen.

su mit Reuters