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Italienischer Minister tritt in Rolex-Affäre zurück

Wegen seiner intransparenten Beziehungen zu Verdächtigen in einer Korruptionsaffäre tritt Maurizio Lupi zurück - doch auch eine 10.000 Euro teure Rolex spielt eine Rolle...

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Italienischer Minister tritt in Rolex-Affäre zurück

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Der italienische Verkehrs- und Infrastrukturminister Maurizio Lupi hat vor dem Parlament in Rom seinen Rücktritt angekündigt. Der Politiker der Mitte-Rechts-Partei soll Verbindungen zu Verdächtigen in einer Korruptionsaffäre haben, bei der es um die Vergabe öffentlicher Aufträge geht.

Ein enger Freund Lupis, der Bauunternehmer Stefano Perotti, steht unter Verdacht, bei großen Infrastrukturprojekten der Regierung Bestechungsgelder in dreistelliger Millionensumme angenommen zu haben. Dem Sohn von Lupi soll er eine 10.000 Euro teure Rolex geschenkt und – auf Anfrage des Vaters – einen Job verschafft haben.

Gegen Lupi selbst wird nicht ermittelt. “Als ich Minister geworden bin, habe ich meine Funktionen als Vater und Ehemann nicht abgelegt, und das tue ich auch heute nicht. Die Familie steht für mich an erster Stelle und nicht eine renommierte Funktion”, sagte der scheidende Minister am Freitag vor dem Parlament.

Stefano Perotti sowie drei weitere Verdächtige wurden verhaftet. Unter den Festgenommenen ist auch Ettore Incalza. Er ist der ehemalige Leiter der Abteilung des Verkehrsministeriums, das öffentliche Aufträge vergibt. Incalza war für die Abwicklung etlicher großer Infrastrukturprojekte zuständig, dazu gehört der Bau von Autobahnen, U-Bahnen und Eisenbahnstrecken. Incalza soll die Aufträge an befreundete Unternehmer vergeben haben, die dann die Kosten erhöhten. Als Aufseher der Bauprojekte wurde Stefano Perotti eingesetzt, der die Schmiergelder eingestrichen haben soll.

Insgesamt wird in der Affäre gegen 50 Personen ermittelt. Es ist der erste große Skandal der Regierung von Matteo Renzi seit dem Amtsantritt vor einem Jahr.

Sie sprechen italienisch? Hier finden Sie die Rücktrittrede von Maurizio Lupi