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Bastel dir deinen eigenen Roboter

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Es verlangt schon einiges an Können, Wissen und Geld, um sich seinen eigenen, persönlichen Roboter zu bauen. Aber das Know-How, das bisher vor allem

Es verlangt schon einiges an Können, Wissen und Geld, um sich seinen eigenen, persönlichen Roboter zu bauen. Aber das Know-How, das bisher vor allem in Universitäten und Unternehmen liegt, wird wohl bald auch Hobby-Roboter-Bauern zugänglich sein. Polnische Wissenschafter von der Technischen Uni in Krakau haben jetzt den Weg dafür freigemacht mit dem Projekt RoboCORE. Damit soll jeder, vom Kleinunternehmer bis zum Hobbynutzer seinen eigenen Roboter basteln können. Die Erfinder bieten auch die notwendige in der Cloud lagernde Software, mit der der fertige Apparat kontrolliert und gesteuert wird.

Daniel Prusak ist einer der Entwickler. Er sagt: “Die Stärke dieses Geräts liegt in der Tatsache, dass es von jedem benutzt werden kann, der sich ein wenig mit Roboterbau auskennt. Das System ist ganz einfach. Und nur die Vorstellungskraft des Konstrukteurs setzt den Möglichkeiten Grenzen. Wir können Roboter und mechatronische Geräte bauen, Maschinen, Geldautomaten oder Modelle von Geldautomaten, von Geräten, die Geld wechseln, Geräte, die Getränke servieren oder Gerichte zubereiten, mechanische Geräte, die Bauteile sortieren oder bestimmte Elemente für Fertigungsanlagen vorbereiten. Wir können mobile Roboter bauen, schwimmende, laufende, fliegende Roboter. Alles, was technisch interessant ist, kann in unsere Geräte eingebaut werden.”

RoboCORE enthält zwar moderne Technik, die Erfinder haben das System aber so simpel wie möglich gehalten. So kann es einfach und in unterschiedlichen technischen Umgebungen eingesetzt werden. Die RoboCORE-Ingenieure wollen die Robotik zu Nutzern auf der ganzen Welt bringen und das Wissen um die Geräte verbreiten. Vor Augen haben sie die Erfolge von Firmen, die einst in der tatsächlichen oder sinnbildlichen Garage angenfangen haben, etwa IBM, Microsoft oder Apple.

Von Polen geht es nach Australien. Hier spielt Baxter, ein Roboter, ein Spiel gegen einen seiner Erfinder, Professor Peter Corke. Corke ist Gründer des Roboterforschungszentrums Australian Centre of Excellence for Robotic Vision. Baxter ist intellugent genug, um das Spiel Connect Four zu spielen. Er ist der Prototyp von Robotern, die in der Lage sein sollen, über visuelle Informationen auf ihre Umgebung zu reagieren.

Peter Corke: “Man bringt dem Roboter etwas bei, indem man ihn an der Hand nimmt und herumführt. Dann hält man ihn über ein Objekt, das einen interessiert, und man sagt, ‘dies ist ein Ding’. Dann Nimmt man seine Hand und sagt, ‘das ist ein weiteres Objekt’. Dann kann man über ganz einfache Programmbefehle kann dem Roboter dann sagen, ‘jetzt hebe es auf und stelle es auf ein anderes Ding’.”

Baxter “sieht” das Spiel und entscheidet, wie er als nächstes vorgeht. Er ist auch geschickt genug, um Paprikas zu pflücken. Er kann selbständig herausfinden, welches die Früchte sind, die gepfückt werden sollen. Er ist also in der Lage, sich ein Bild von der Welt zu machen und dieses Bild zu interpretieren. Corkes Ziel sind Roboter, die in der Industrie als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden können – davor haben viele Menschen allerdings auch Angst.

Irgendwann demnächst könnten diese Geräte aber auch unsere persönlichen Begleiter, eine Art Freund für Menschen, die sich allein und einsam fühlen. Vielleicht nehmen sie sie dann mit auf eine Fahrt im robotergesteuerten Auto. Wer weiß.