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Die Kunst von ZERO: Nach dem Krieg von Null anfangen


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Die Kunst von ZERO: Nach dem Krieg von Null anfangen

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Die deutsche Künstlergruppe ZERO, gegründet 1958, wollte nach dem zweiten Weltkrieg ein neues Kapitel deutscher Kunst aufschlagen, frei vom Ballast der Geschichte. Die Künstler stellten Leichtigkeit und Dynamik ins Zentrum ihres Schaffens, um Optimismus in die drückenden Nachkriegsjahre zu bringen, etwas Neues. Eine Ausstellung in Berlin widmet sich jetzt der Bewerbung mit einer großen Retrospektive. Auf 3000 Quadratmetern sind Werke vom Anfang bis 1967 zu sehen. ZERO wurde in Düsseldorf gegründet, fand aber bald international Beachtung.

Daniel Birnbaum, Vertreter der ZERO-Foundation und Chef des Museums für Moderne Kunst in Stockholm: “Als sie begonnen haben, wollten sie wirklich bei Null anfangen. Es war die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als die deutsche Kultur praktisch bankrott war, als man nicht wusste, wo man anfangen sollte und ob man überhaupt Kunst schaffen sollte. Und sie wollten ganz von vorn beginnen, das war einer dieser Momente. Sie haben alle traditionellen Vorstellungen von Malerei hinter sich gelassen. Sie machten keine Bilder über das Licht, sie zeigten statt dessen das Licht selbst.”

Die Gründer der Bewegung waren Heinz Mack und Otto Piene, später kam noch Günther Uecker dazu. ZERO wird meist als Reaktion auf den abstrakten Expressionismus gesehen, da die Künstler sagen, Kunst solle frei sein von Farben, Emotionen und individuellem Ausdruck. Das Wort “ZERO”, also “Null”, sollte laut Piene einen Bereich der Stille und der reinen Möglichkeiten für einen Neuanfang ausdrücken. Herman de Vries gehörte zu der Bewegung, die seine Arbeit bis heute beeinflusst.

ZERO bedeutet Freiheit, es bedeutet Offenheit, zu der man immer wieder zurückkehren kann. ZERO ist die Pforte, die Pforte ist offen, die Pforte ist hier, die Pforte ist überall, überall ist nirgendwo, das Nirgendwo ist das hier.”

Die Bewegung fand 1967 ihr Ende. Das Interesse an ihr allerdings bliebt bestehen und erlebte in den vergangenen Jahren einen neuen Höhepunkt. Werke von Malern aus jener Zeit erzielen Rekordpreise bei Auktionen. Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin läuft noch bis zum 8. Juni. Danach zieht sie nach Amsterdam.

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