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Seyne-les-Alpes: "Die Bevölkerung ist schockiert"

In der Nähe der Absturzstelle der Germanwingsmaschine ist euronews-Korrespondentin Laurence Alexandrowicz. Sie berichtet aus Seyne-les-Alpes über die Geschehnisse am Tag nach der Tragödie.

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Seyne-les-Alpes: "Die Bevölkerung ist schockiert"

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Euronews: In Seyne-les-Alpes ist jetzt meine Kollegin Laurence Alexandrowicz zugeschaltet. Laurence, es ist Ihr zweiter Tag vor Ort. Was hat sich seit gestern geändert?”

Meinung

Die Hubschrauber sind weiter im Einsatz, aber die Arbeit gestaltet sich schwierig

Laurence Alexandrowicz:

“Das Ereignis des Tages ist die Ankunft der drei Staats- und Regierungschefs gewesen. Drei Nationen, die unterschiedlich von dem Absturz betroffen sind. Man hat mir gesagt, dass Angela Merkel an die Absturzstelle geflogen werden wollte. Das hat eventuell wegen der sehr schlechten Wetterbedingungen nicht geklappt.
In jedem Fall sind die drei Staats- und Regierungschefs erstmal in Seyne-les-Alpes angekommen. Dann ging es weiter nach Le Vernet, ein kleines Dorf ein paar Kilometer entfernt, etwa zehn Kilometer. Von dort hat man eine bessere Sicht auf die Berge und ist näher an der Absturzstelle. Danach haben sie noch eine Kapelle besucht hier in Seyne-les-Alpes, wo im Moment noch keine Leichen aufgebahrt sind.

Euronews:

“Sind François Hollande, Angela Merkel und Mariano Rajoy von der Bevölkerung erwartet worden? Haben Sie den Eindruck, dass der Besuch wichtig war?”

Laurence Alexandrowicz:

“Ja, die Bevölkerung hier ist wirklich schockiert. Die Menschen sind sehr bewegt. Gerade hat sich ein Mann hier in der Kirche, nicht in der Kapelle, in ein Kondolenzbuch eingetragen. Er sagte, er möchte darin unterschreiben, weil er oft seine Urlaube in Spanien verbringt und ihn der Absturz sehr aufgewühlt hat. Die Ankunft der drei Staats- und Regierungschefs hat er als sehr bedeutsam für diese Region empfunden, weil sich diese Region mit den kleinen Dörfern nach seinen Worten etwas abseits vom Rest der Welt befindet. Dieses Dorf hier mit rund 1.500 Einwohnern ist schon das größte in der Region.”

Euronews:

“Haben Sie Familien der Opfer gesehen und wie werden diese unterstützt?”

Laurence Alexandrowicz:

“Uns wurde gesagt, dass die Familien der Opfer in Digne les Bains eingetroffen sind, etwa 30 Kilometer von hier entfernt. Sie werden psychologisch betreut. Außerdem werden sie von Psychologen in der Kapelle erwartet.
Ein Sonderflug mit Angehörigen der Opfer wird morgen aus Barcelona eintreffen und ein anderer aus Düsseldorf.
Mit einem dritten Flugzeug werden Angehörige der Besatzungsmitglieder hier erwartet.”

Euronews:

“Wie sind die Bedingungen für die Bergungsmannschaften?”

Laurence Alexandrowicz:

“Das Wetter ist sehr schlecht hier. In diesem Moment liegen die Berge vor mir und sie sind in dichten Nebel gehüllt. Die Hubschrauber sind weiter im Einsatz, aber die Arbeit gestaltet sich wegen der geringen Sichtweite in den Bergen schwierig.”