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Jemen-Konflikt: "Die Ölversorgung ist nicht gefährdet."

Analyse von Nour Eldeen Al-Hammoury Willkommen zu Business Middle East. In unserem Studio in Brüssel sprechen wir in dieser Sonderausgabe über die

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Jemen-Konflikt: "Die Ölversorgung ist nicht gefährdet."

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Analyse von Nour Eldeen Al-Hammoury

Willkommen zu Business Middle East. In unserem Studio in Brüssel sprechen wir in dieser Sonderausgabe über die Auswirkungen des Jemen-Konfliktes.

Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition arabischer Staaten hat eine Militäroperation gegen die Huthi-Rebellen gestartet. Wir sprechen über die wirtschaftlichen Auswirkungen mit Nour Eldeen Al-Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS Securities in Abu Dhabi.

euronews, Daleen Hassan:
“Die Golfregion ist bekannt als sicherer Hafen für Unternehmen. Glauben Sie, dass dieser Konflikt dem guten Ruf der Region schaden wird?”

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“Ich glaube nicht, dass sich etwas ändern wird. Als sie mit den Luftangriffe begonnen haben, gab es Bedenken. Doch die Unterstützung der arabischen Länder und der internationalen Gemeinschaft werden die Sicherheit in der Region garantieren. Man wird sich um jede Bedrohung kümmern.

euronews:
“Die Börsen im Nahen Osten und in Nordafrika haben in der vergangenen Woche einen Schlag eingesteckt. Wie werden sich die Luftangriffe Saudi-Arabiens langfristig auf die Börsen der arabischen Region auswirken?

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“Es gibt bei solch einem Ereignis positive und negative Auswirkungen. Der neue König von Saudi Arabien hat schnell reagiert und hinzu kommt die Unterstützung der arabischen Länder und der internationalen Gemeinschaft. Wenn die Luftschläge noch lange weiter gehen, dann könnte sich das negativ auf die Ölreserven auswirken. Doch Saudi-Arabien hat sehr große Reserven und wir gehen nicht davon aus, dass sich der Krieg auf die regionalen Märkte auswirken wird. Das negative Gefühl wird sich in Grenzen halten. Die Börsen reagierten während des Treffens der arabischen Liga in Ägypten positiv.”

euronews:
“Sprechen wir über Öl. Viele Experten haben darauf hingewiesen, dass der jüngste Preisanstieg des Öls begrenzt sei? Mit welchen Szenarien rechnen Sie?

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“Trotz des Anstiegs des Ölpreises, sind die Szenarien begrenzt. Bis zum Treffen der Opec im Juni wird das Öl in einem engen Preisband gehandelt werden. Der Preis wird sich vielleicht zwischen 40 und 60 Dollar pro Barrel einpendeln. Beim Treffen könnte dann ein Produktionsstop beschlossen werden.”

euronews:
“Viele fragen sich, wie die Huthi-Rebellen reagieren werden. Es besteht die Sorge, dass die Meeresstraße Bab al-Mandeb, durch die viele Öltanker fahren, geschlossen werden könnte. Würde sich das auf den Ölpreis auswirken?”

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“Derzeit sind die Märkte mit Öl überversorgt. Die Märkte würden also falls die Versorgung unterbrochen wird, das zusätzliche Öl Stück für Stück aufbrauchen. Dann könnte der Ölpreis ansteigen. Die ägyptische Marine hat sich in Bewegung gesetzt, um die Versorgung zu garantieren. Diese Militäroperation wird so lange weitergehen, bis im Jemen wieder Ruhe eingekehrt ist. Nicht nur die Finanzmärkte in der Region sondern die Börsen weltweit erholten sich Anfang der Woche. Wir glauben nicht, dass die Ölversorgung gefährdet ist.”

euronews:
“Falls die Anleger ihre Investitionen aus den arabischen Golfländern abziehen, wohin würden sie gehen?”

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“In solchen Fällen, bei Konflikten oder Krieg stürzen sich alle auf sichere Anlagen wie Gold oder Silber. Gold stieg auf 1220 US-Dollar pro Unze und Silber auf mehr als 17 US-Dollar pro Unze. Doch der Preisanstieg war nur von kurzer Dauer. Das Treffen der arabischen Liga beruhigte die Anleger. In Saudi-Arabien und in der ganzen Region wird sich nicht viel ändern. Umso mehr da alle darauf warten, dass Saudi-Arabien internationale Investoren akzeptiert. Die Region bleibt für Anleger interessant, trotz der Konflikte im Nahen Osten. Ebenso wie Europa attraktiv ist, trotz der Spannungen zwischen Europa und Russland.”

Konflikt im Jemen: Sorge um das Tor der Tränen

Arabische Staaten unter Führung Saudi-Arabiens haben eine Militärintervention zur Unterstützung des Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gestartet. Sie fliegen Angriffe auf die Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen. Neben arabischen Golfländern mit Ausnahme Omans nehmen Ägypten, Jordanien, Sudan, Pakistan und Marokko an der Operation “Sturm der Entschlossenheit” teil.

Der Jemen-Konflikt hat sich negativ auf die Finanzmärkte im Nahen Osten und in Nordafrika ausgewirkt. Vor allem die Börsen der Golfregion schlossen in der vergangenen Woche mit Verlusten. Die Börse in Kuwait verlor am vergangenen Donnerstag 2,42 Prozent und der Finanzmarkt in Ägypten schloss mit minus 1,59 Prozent. Die jüngsten Ereignisse könnten dazu führen, dass die Region als unsicher eingestuft wird.

In der vergangenen Woche verteuerte sich der Ölpreis um knapp fünf Prozent. Der Grund ist die geografische Lage Jemens. Das Land liegt an der Meeresstraße Bab al-Mandeb auch “Tor der Tränen” genannt, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Es ist die viertbedeutendste Route für Rohöl-Transporte in der Welt. Schätzungen zufolge passieren täglich mehr als drei Millionen Barrel die Meeresstraße.