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UN-Tribunal: Serbischer Nationalist muss zurück in Zelle

Der serbische Nationalistenführer Vojislav Seselj muss nach einem Beschluss des UN-Tribunals für das frühere Jugoslawien in seine Zelle nach Den Haag

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UN-Tribunal: Serbischer Nationalist muss zurück in Zelle

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Der serbische Nationalistenführer Vojislav Seselj

Meinung

"Diese Entscheidung soll Serbien destabilisieren"

muss nach einem Beschluss des UN-Tribunals für das frühere Jugoslawien in seine Zelle nach Den Haag zurückkehren.

Die Richter hoben die vorläufige Freilassung des Angeklagten auf.

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher war im vergangenen September aus gesundheitlichen Gründen nach fast elf Jahren aus der Untersuchungshaft entlassen worden und nach Serbien zurückgekehrt.

Seitdem hatte Seselj in Serbien mit nationalistischen Parolen für große Unruhe gesorgt.

Die serbischen Behörden müssen den Nationalisten nun festnehmen und ausliefern.

Der serbische Arbeitsminister Aleksandar Vulin bezeichnete den Beschluss als Affront:

“Diese Entscheidung soll Serbien destabilisieren. Sie richtet sich gegen die serbische Regierung und direkt gegen Ministerpräsident Aleksandar Vučić. Speziell geht es wohl um die Rede von Vučić am 24. März, in der er als erster Ministerpräsident Serbiens von einer NATO-Aggression gesprochen hat.”

Seselj war wegen Anstiftung zu Gräueltaten im Jugoslawienkrieg Anfang der 1990er Jahre der Prozess in Den Haag gemacht worden.

Nach einem Richterwechsel wurde die
Urteilsverkündung gegen ihn verschoben.

Seselj sagte einer serbischen Zeitung, er werde nicht freiwillig zurückkehren.

Vučić kündigte eine Entscheidung über eine eventuelle Verhaftung und Überstellung Seseljs nach Den Haag für die nächsten Tage an.