Eilmeldung

Eilmeldung

Atomabkommen: Jubel in Teheran - Warnungen aus Israel

In Teheran feierten Tausende das im fernen Lausanne geschlossene Rahmenabkommen zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe. Israels Regierungschef reagierte umgehend auf die Einigung.

Sie lesen gerade:

Atomabkommen: Jubel in Teheran - Warnungen aus Israel

Schriftgrösse Aa Aa

Für sie ist die Einigung im Atomkonflikt allemal ein Durchbruch: Tausende feierten in Teheran das im fernen Lausanne geschlossene Rahmenabkommen zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe. In der Nacht gab es spontane Hupkonzerte und Straßenfeste.

Meinung

Ich hoffe, dass die Welt unser Land versteht, wir sind nicht anders als andere Länder.

In der iranischen Hauptstadt setzen viele große Hoffnungen in die Lockerung der Wirtschaftssanktionen – und wünschen sich einen neuen Blick auf ihr Land: “Ich hoffe, dass alle glücklich leben können”, so ein Teheraner. “Ich hoffe, dass die Welt unser Land versteht, wir sind nicht anders als andere Länder. Wir wollen keinen Terrorismus. Wir verdienen es endlich frei zu leben.”

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte nach dem achttägigen Verhandlungsmarathon in Lausanne vor verfrühter Jubelstimmung. Es sei jedoch gelungen, Hindernisse für eine endgültige Einigung aus dem Weg zu räumen. Das Rahmenabkommen sei ein Schritt vorwärts, so auch sein französischer Kollege. Ziel sei, dass der Iran unter keinen Umständen Atomwaffen herstelle. Alle Diskussionen hätten unter dieser Prämisse stattgefunden. Das Abkommen solle eine zivile Nutzung des Atomprogramms gestatten, eine militärische Nutzung, der Weg zur Atombombe, sei ausgeschlossen.

Israel reagierte mit mahnenden Worten auf die Einigung von Lausanne. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berief Freitag eine Sitzung seines Kabinetts und von Sicherheitsexperten ein. Dabei solle das Rahmenabkommen besprochen werden, berichteten israelische Medien.

Die Einigung zwischen den fünf UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran sieht vor, dass Teheran zwei Drittel seiner Zentrifugen abstellt und sein Atomprogramm bis zu 25 Jahre lang kontrollieren lässt. Ein endgültiges Abkommen soll bis Ende Juni stehen. Bis dahin bleiben die Wirtschaftssanktionen in Kraft.