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Atomverhandlungen: Ein neues Kapitel in Irans Geschichte?

Atom-Einigung mit Iran: Das Ende der Isolation? Die Einigung des Westens mit dem Iran bei den Atomverhandlungen ist ein Hoffnungsschimmer für

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Atomverhandlungen: Ein neues Kapitel in Irans Geschichte?

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Atom-Einigung mit Iran: Das Ende der Isolation?

Die Einigung des Westens mit dem Iran bei den Atomverhandlungen ist ein Hoffnungsschimmer für Teheran. Das Land ist seit Jahren isoliert. Jetzt ist die Rede davon, die Sanktionen gegen den Iran aufzuheben.

Das rohstoffreiche Land könnte erneut einen Platz auf der wirtschaftlichen Karte erobern, auf regionaler und globaler Ebene. Doch zugleich reagieren die Erdölmärkte besorgt auf die Einigung.

Verschiedene wirtschaftliche Sektoren haben unter den Sanktionen, die der Westen gegen den Iran verhängte, gelitten. Besonders stark traf es den Banken- und den Ölsektor. Iran ist von dem internationalen Bankensystem isoliert worden. Der iranische Rial ist gegenüber dem US-Dollar um zwei Drittel gefallen.

Die Europäische Union hat die Vermögenswerte der iranischen Zentralbank sowie Irans Gold- und Edelmetallhandel auf Eis gelegt. Der Ölsektor, der 60 Prozent des Einkommens der iranischen Regierung ausmacht, war mit einem Rückgang der Exporte konfrontiert, während gleichzeitig die Ausgaben der Regierung stiegen. Zudem warten mehr als 30 Millionen Barrel Rohöl an Bord von Irans riesigen Öltankern im Hafen auf grünes Licht, um endlich auf den Markt zu kommen.

Die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien sowie Deutschland hatten sich nach tagelangen Gesprächen am vergangenen Donnerstag mit dem Iran auf die Eckpunkte für ein Rahmenabkommen geeinigt.

Das detaillierte Abkommen soll bis zum 30. Juni ausgehandelt werden. Medienberichten zufolge würde die Aufhebung der Sanktionen in mehreren Etappen geschehen und frühestens Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Euronews-Korrespondentin Reihaneh Mazaheri berichtete aus Lausanne. Sie sagte: “Wenn ein Abkommen erreicht wird, könnten die Sanktionen aufgehoben werden, doch es stellt sich die Frage, wie sich das auf die Ölpreise auswirken könnte.”

Nour eldeen Al Hammoury: “Ein Abkommen mit dem Iran wäre ein Erfolg für die USA.”

euronews, Daleen hassan:
“Nach den Atomverhandlungen in Lausanne hat die Opec angekündigt, dass der Ölmarkt auf kurze Sicht nicht davon beeinflusst wird. Wie schätzen Sie das ein und womit rechnen Sie auf lange Sicht?”

Nour eldeen Al Hammoury:
“Natürlich wird es sich nicht sofort auf Reserven auswirken, denn noch gelten die Sanktionen. Und die Produktion des Irans wird nicht vor Ende Juni ansteigen, denn im Juni trifft sich die Opec und bei den Atomverhandlungen sollen alle Punkte geklärt werden. Falls sie ein Abkommen unterschreiben, dann ja, dann wird das Ölangebot auf mehr als eine Million Barrel pro Tag steigen, wenn man sich auf die Zahlen aus dem Iran stützt. Und wenn die Opec die derzeitige Produktion beibehält, dann könnte der Ölpreis unter Druck geraten.”

euronews:
“Falls die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, wie würde sich das auf den Währungshandel in der Region auswirken?”

Nour eldeen Al Hammoury:
“Die Auswirkungen wären nicht nur regional, sondern weltweit spürbar. Ein Abkommen wäre natürlich für den US-Dollar von Vorteil. Der Deal wäre ein Erfolg für die USA in der Region, denn Washington hätte so eine weitere Konfliktsituation vermieden. Jeder wird mit dem Iran handeln können und Zugang zum iranischen Banken- und Ölsektor haben. Daraus ergeben sich Investitionsmöglichkeiten, sei es für den Iran in der Region oder andersherum. Dadurch wird sich der Handelsanteil in iranischem Rial und den regionalen Währungen erhöhen.”

euronews:
“Wie könnte der iranische Rial reagieren?”

Nour eldeen Al Hammoury:
“Der iranische Rial hat aufgrund der Sanktionen, die 2011 verhängt wurden, mehr als 80 Prozent seines Wertes verloren. Ein Abkommen mit dem Westen wäre also gut für den Rial. Er könnte einen Teil seines Wertes in den kommenden Jahren zurückgewinnen, insbesondere wenn die Sanktionen gegen den Bankensektor aufgehoben werden. Die Mehrheit der Handelsabkommen mit dem Iran werden in seiner Währung oder in US-Dollar sein.”

Der starke US-Dollar: Segen oder Fluch?

US-Präsident Barack Obama hat zum ersten Mal angedeutet, dass sich ein starker US-Dollar auf die US-Wirtschaft auswirken würde. Er sagte: “Die Wirtschaft in Europa und in Asien sind geschwächt. Der US-Dollar wird stärker, denn viele Menschen wollen ihr Geld in US-Dollar anlegen. Sie denken es ist sicherer. Sie legen hier mehr an. Das verteuert unsere Exporte. Wir müssen hungrig bleiben. Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und davon ausgehen, dass die Wirtschaft in dem Tempo wachsen wird, das wir benötigen, um den jungen Menschen in der Zukunft Möglichkeiten zu bieten.”

euronews, Daleen Hassan:
“Was für eine Botschaft wollte Obama senden?

Nour aldeen Al Hammoury :
“Die Aussage des Präsidenten über den starken US-Dollar könnte ein Versuch sein, zu erklären, warum die US-Wirtschaft sich verlangsamt hat. Insbesondere nach dem sehr enttäuschenden Job-Bericht, der weit unter den Erwartungen der Anleger war. Seine Aussage könnte also als eine klare Andeutung gegenüber den Börsen verstanden werden. Wenn der US-Dollar weiter steigt, könnte die US-Wirtschaft mit einer schwachen Wachstumsphase konfrontiert sein. Es könnte auch ein Versuch des Präsidenten sein, den Anstieg des Dollars zu stoppen oder zu verlangsamen. Dies ist in der Tat eingetreten. Der Euro stieg gegenüber dem Dollar auf über 1,10.”