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Wahlkampf in Großbritannien: Mehr als ein Duell Cameron - Miliband

David Cameron fühlt sich wohl in der Downing Street Nummer zehn. Der britische Premierminister hat es sich in dem Bau aus dem späten 17. Jahrhundert

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Wahlkampf in Großbritannien: Mehr als ein Duell Cameron - Miliband

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David Cameron fühlt sich wohl in der Downing Street Nummer zehn. Der britische Premierminister hat es sich in dem Bau aus dem späten 17. Jahrhundert bequem gemacht, seit fünf Jahren ist der Konservative Regierungschef auf der Insel.

Doch sein Konkurrent Ed Miliband von Labour, der Partei der Arbeit, hat es auch auf den Posten und den berühmten Amtssitz im Herzen Londons abgesehen. In einem Monat, am 7. Mai, finden die Unterhauswahlen statt. Im Wahlkampf geht es vor allem um Wirtschaft, das Gesundheitswesen, Einwanderung und Europa.

Cameron hat angekündigt, im Falle eines Wahlsieges eine Volksbefragung über den Verbleib des Königreiches in der Europäischen Union durchzuführen und schreibt seiner Politik einen wirtschaftlichen Aufschwung zu.

Den Umfragen zufolge liefern sich Miliband und Cameron ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Er rate davon ab, den Vorhersagen zu viel Wert zu schenken, sagt Cameron. Man solle sich stattdessen die Ergebnisse ansehen:

‘Die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen pro Tag. Wenn wir den Plan fortführen, die Steuern niedrig zu halten, aus Großbritannien einen attraktiven Investitionsstandort zu machen, Auszubildende fördern und Projekte wie Crossrail umsetzen, dann werden wir weiterhin Arbeitsplätze schaffen können’, so Cameron.

Miliband wirft dem Premierminister vor, Großbritannien in der Europäischen Union isoliert zu haben. Er will den Banken genauer auf die Finger schauen und fordert höhere Steuern für Einkommensstarke.

“David Cameron ist gescheitert, indem er eine Wirtschaft gestützt hat, die die meisten arbeitsfähigen Leute ausschließt”, sagt Miliband. “Das Gesundheitssystem entwickelt sich zurück. Ich habe dargelegt, wie wir eine wirtschaftliche Erholung über London hinaus erreichen, wie wir das Gesundheitssystem retten. Nur wenn die arbeitende Bevölkerung Erfolg hat, hat auch Großbritannien Erfolg.”

Welche Rolle spielen UKIP und SNP?

Doch die Wahl ist weit mehr als ein Zweikampf zwischen Tories und Labour. UKIP unter der Leitung von Nigel Farage wird erneut eine gewichtige Rolle zugetraut. Bei den Europawahlen im vergangenen Jahr war die rechtsgerichtete Unabhängigkeitspartei stärkste Kraft auf der Insel. “Wenn wir nach dem 7. Mai in der richtigen Position sind, dann ist das Referendum das wichtigste Thema. Das heißt nicht, dass es das einzige sein wird”, sagt Farage.

In Schottland könnte es auf lange Sicht eine abermalige Volksbefragung über eine Unabhängigkeit geben. Im September kam keine Mehrheit für eine Abspaltung zustande. Umfragen vor den Unterauswahlen sehen die Schottische Nationalpartei hinter Konservativen und Labour auf dem dritten Platz.

An der jüngsten Fernsehdebatte der Spitzenkandidaten nahmen Vertreter von sieben Parteien teil. Der künftige Wahlsieger wird aller Voraussicht nach auf einen Koalitionspartner angewiesen sein. Die Liberaldemokraten, die derzeit mit den Konservativen die Regierung bilden, die Grünen oder die walisische Partei Plaid Cymru könnten noch zu “Königsmachern” werden.