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Athens Zahlungen an den IWF: Der Countdown läuft

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Athens Zahlungen an den IWF: Der Countdown läuft

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“Wir meinen,” sagte die Bankerin nach dem Treffen mit einem ihrer schwierigsten Kunden, “dass anhaltende Unsicherheit nicht im Interesse Griechenlands ist. Ich begrüße, dass der Minister die Zahlung am 9. April bestätigt.”

“Wir zahlen die 460 Millionen Euro, die an diesem Donnerstag fäliig sind – hatte Yanis Varoufakis bei einem Besuch der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde, in die Hand versprochen.

Dimitris Mardas, Leiter des griechischen Rechnungshofes und stellvertretender Finanzminister

“Wir sind schon eine Weile so weit, das Geld für den IWF ist zur Seite gelegt, genau wie das Geld für die fälligen Zinsen … wir sehen nicht das geringste Problem, Löhne, Renten und Sozialleistungen zu zahlen.”

Zuvor hatten Mitglieder der Regierung gedroht, erst zu zahlen, wenn frisches Leih-Geld in die Kasse komme.

Innenminister Nikos Voutsis: Wenn bis 9. April kein neues Geld fließe, “werden wir zuerst die Gehälter, Renten und Pensionen hier in Griechenland zahlen und bitten dann unsere Partner im Ausland um Einvernehmen und Verständnis, dass wir die 460 Millionen Euro an den IWF nicht pünktlich zahlen werden”.

Symela Touchtidou, euronews:

“Keine Panik, versichert die griechische Regierung jetzt den Geldgebern. Gleichzeitig leben tausende Angestellte in Angst, weil ihre Löhne vom Staat abhängen.”.

Viele Bürger und Unternehmer haben Angst, dass die Regierung den Bogen überspannen könnte. Zum Beispiel warten rund 5.000 Baufirmen mit öffentlichen Auftràgen seit drei Monaten auf ihr Geld.

Dimitris Constantinidis, Generalsekretär des Verbandes der Firmen (SATE), die für den Staat arbeiten:

“Das Risiko ist erheblich, dass wir die Ostergratifikationen nicht auszahlen können. Im Moment kommt alles zusammen: Mehrwert- und Einkommensteuern, Sozialabgaben …. “

Und was wäre, wenn? Sollte Griechenland an diesem Donnerstag nicht zahlen, dann wäre das ein klarer Verstoß gegen die IWF-Satzung. Danach kann eine Ratenzahlung nicht aufgeschoben werden. Ein Bruch dieser Regel ist in der Geschichte des IWF noch nicht vorgekommen, bisher.

An diesem Mittwoch treffen sich die Finanzstaatssekretäre der 19 Euroländer in Brüssel zu einer “Bestandsaufnahme zu Griechenland” wie ein Sprecher der EU-Kommission sagte. “Wir machen Fortschritte, Schritt für Schritt.”
Ziel der zähen Verhandlungen mit Athen ist eine umfassende Reformliste – ohne diesen Plan können blockierte und von Athen dringend benötige Hilfen von insgesamt 7,2 Milliarden Euro nicht
fließen.

Nach der IWF-Zahlung muss die griechische Regierung am 13. April 70 Millionen Euro Zinsen zahlen und am 14. und 15. April rund 500 Millionen Euro an Löhnen und Renten.

su mit dpa, Symela Touchtidou