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Neuer Chef, neues Aufgebot bei Zementhochzeit Holcim/Lafarge

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Neuer Chef, neues Aufgebot bei Zementhochzeit Holcim/Lafarge

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Nach wochenlangem Ringen haben sich die Schweizer Holcim und die französische Lafarge auf den Franko-Amerikaner und Lafarge-Länderchef Eric Olsen als neuen Chef für das geplante Zement-Fusionsunternehmen geeinigt.

Olsen heuerte 1999 bei Lafarge an und ist gegenwärtig für die Länder Frankreich, USA, Brasilien und Ägypten verantwortlich. Seit 2007 sitzt er in der Geschäftsleitung. Sein Gesellenstück lieferte der 51jährige mit der Integration der ägyptischen Orascom mit ihren Geschäften in Afrika, dem Nahen Osten und Asien ab.

Die Börse findet’s gut.

In einer ersten Reaktion legten die Holcim-Aktien um fast 3% zu. Bei Lafarge waren es rund 4,5%. Mit der Einigung ist die Chance auf ein Zustandekommen der Fusion der Zementriesen gestiegen. Gesichert ist der Deal jedoch noch nicht.

So hat der amerikanische Fonds Harris Associates seine Zustimmung zur 40-Milliarden-Euro-Transaktion von der Person des Konzernchefs abhängig gemacht.

Spricht sich Harris gegen die Transaktion aus, könnte es eng werden. Auf der Generalversammlung am 8. Mai müssen sich zwei Drittel der Aktionäre für das Zusammengehen aussprechen. Der mit einem Anteil von über zehn Prozent zweitgrößte Aktionär Eurocement hat sich bereits ablehnend geäußert, wenn es beim gegenwärtigen Preis bleibt. Dazu kommen weitere kleinere Fonds, die Holcim alleine besser aufgestellt sehen.

Monatelang schien die vor einem Jahr eingefädelte Fusion unbestritten. Im März hatte die Schweizer Seite aber auf Druck der eigenen Aktionäre einen Rückzieher gemacht. Holcim setzte angesichts der zuletzt besseren Geschäftlage Nachbesserungen beim Preis durch.

Zudem verhinderten die Schweizer, dass Lafarge-Lenker Bruno Lafont wie ursprünglich geplant Chef des fusionierten Konzerns wird. Die beiden Zementriesen einigten sich darauf, dass Lafarge einen Vorschlag machen kann, dem Holcim allerdings zustimmen muss.

su mit Reuters