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Ägypten: Erneutes Todesurteil gegen Mohammed Badi'e und weitere Muslimbrüder

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Ägypten: Erneutes Todesurteil gegen Mohammed Badi'e und weitere Muslimbrüder

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“Ich bestätige, dass die Angeklagten die Strafen, die ihnen vorgeworfen werden, verübt haben.” Mit diesen Worten beendete Richter Nagi Schehata in Kairo die Urteilsverkündung gegen den Anführer und weitere Mitglieder der Muslimbrüderschaft. Mohammed Badi’e, der bei der Urteilsverkündung nicht zugegen war, wurde erneut zum Tode verurteilt. Schehata bestätigte damit ein Urteil vom März, nachdem der Großmufti diesem ebenfalls zustimmte.

Meinung

Ich bestätige, dass die Angeklagten die Strafen, die ihnen vorgeworfen werden, verübt haben.

Badi’e war auch einer der 683 Angeklagten, gegen die vor knapp einem Jahr in einem umstrittenen Massenprozess das Todesurteil vollstreckt wurde, ebenfalls von Richter Schehata. Gegen 183 Muslimbrüder wurde dieses Urteil im Februar bestätigt.

Mit Badi’e wurden jetzt 13 weitere hochrangige Muslimbrüder zum Tode verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Anhänger 2013 nach dem Sturz von dem aus ihren Reihen stammenden Präsidenten Mohammed Mursi zu Gewalttaten aufgerufen und Chaos gestiftet zu haben.

Weitere 37 Angeklagte erhielten lebenslänglich, darunter auch ein US-Staatsbürger. Gegen die Urteile kann Berufung eingelegt werden.

Richter Schehata steht im Ruf, als Jurist mutmaßliche Gegner des von den Sicherheitsorganen dominierten Staates gnadenlos zu verfolgen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren an diesen Massenprozessen, dass sich die Angeklagten nicht ausreichend verteidigen können und die Anklagen konstruiert und politisch inspiriert seien. Die Angeklagten würden außerdem in der Untersuchungshaft misshandelt und gefoltert.