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Massaker an Armeniern war "Völkermord": Türkei reagiert auf Papst-Äußerungen

Der Tod Hunderttausender Armenier im Ersten Weltkrieg sei "der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts" gewesen, so Papst Franziskus bei einer Messe. Die Türkei reagierte prompt.

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Massaker an Armeniern war "Völkermord": Türkei reagiert auf Papst-Äußerungen

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Der Tod Hunderttausender Armenier im Ersten Weltkrieg sei der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts gewesen – die Türkei hat auf diese deutlichen Worte des Papstes bei einer Messe am Morgen mit der Einberufung des Vatikan-Botschafters ins Außenministerium in Ankara reagiert. Man bedauere die Worte Franziskus’ sehr und sei zutiefst enttäuscht, hieß es.

Meinung

"Der Genozid ist eine Wunde in der Türkei. Immer wenn er erwähnt wird, gibt es Probleme."

Die Türkei lehnt es ab, die Ermordung von 200.000 bis 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich Völkermord zu nennen. Der Begriff ist seit Langem hochsensibel, das sagt auch die Istanbulerin Aysun Vayic Olger: “Der Genozid ist eine Wunde in der Türkei. Immer wenn er erwähnt wird, gibt es Probleme. Die Menschen vermeiden, darüber zu sprechen. Man sollte lieber nichts sagen. Ich persönlich denke, ja, es war ein Völkermord. Wenn man auf die Geschichte blickt, findet man Beweise. Ja, es gab ein Massaker, auf beiden Seiten. Dafür gibt es viele Belege, auch noch aus Atatürks Zeiten.”

Der Istanbuler Mucahit Yucedal ist anderer Meinung: “Ehrlich gesagt, ich finde es nicht gut, dass eine wichtige religiöse Figur, die viele Anhänger hat, das Wort Völkermord benutzt. Denn das ist ein schlimmer Vorwurf. Die Türkei lehnt das ab, das steht fest und ich ebenfalls. Ich denke, der Papst hat unrecht.”

1987 stufte auch das Europaparlament die Massaker als Völkermord ein und forderte die Türkei auf, dies ebenfalls anzuerkennen. Entsprechende Resolutionen verabschiedeten unter anderem die Parlamente in Belgien, Schweden und Frankreich.