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Geräucherte Putenbrust, made in Russia

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Geräucherte Putenbrust, made in Russia

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Seit August 2014 dürfen Fleisch, Milchprodukte, Gemüse und Obst nicht mehr aus dem Westen nach Russland importiert werden – als Vergeltung für die Ukraine-Sanktionen. Der Rubel ist abgestürzt, Lebensmittel verteuern sich mit 20-Prozent-Raten.

“Kauft patriotisch” heißt der Versuch, gegenzusteuern. Nach jahrelanger Vernachlässigung des Agrarsektors hat Russland begonnen, sich auf die einheimische Nahrungsmittelproduktion zu besinnen.

Was Bauern im Westen Millionen kostet,bringt in Russland neue Mittelständler auf Touren. Doch die Umstellung kostet Zeit.

Geflügelzüchter Dmitrij Klimov:

“Die Leute zahlen gerne etwas mehr. Für Dinge wie diese, zum Beispiel. Wir haben einen kleinen Feinkostladen. Dies hier ist geräucherte Putenbrust.”

Mit Subventionen versucht die Regierung, aus der Not eine Tugend zu machen. “Esst heimisch” soll etwa eine neue Fast-Food-Alternative der Regisseure Nikita Mikhalkov und Andrei Konchalovsky zu McDonalds heißen, unterstützt mit 17,5 Millionen Euro.

Milchbäuerin Larisa Sukhanova bestätigt die Importabhängigkeit bei Grundnahrungmitteln:

“Wir hatten früher alles, weil wir alles selbst gemacht haben. Aber das brach zusammen, und wir wurden mit ausländischen Produkten überschwemmt. Uns Produzenten brauchte niemand mehr. Die Landwirtschaft war überflüssig. Es gab keine Kühe mehr. Sie waren alle geschlachtet. Die Bauernhöfe standen leer. jetzt gehen sie wieder in Betrieb.”

Das geht aber nicht von heut auf morgen. Eine Konsumentin aus Sankt Petersburg verzweifelt aber auch an der Natur:

“Wie sollen wir eigentlich all das frische Obst und Gemüse in Russland produzieren? Das Wetter ist schrecklich hier, von Oktober bis April ist es sehr kalt!”

su