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Kanazawa: Ein japanisches Juwel

Wir sind nach nach Kanazawa gereist, im Westen Japans. Die Stadt gehört zum UNESCO-Netzwerk „Creative Cities“, ein Programm, das Städte mit

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Kanazawa: Ein japanisches Juwel

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Wir sind nach nach Kanazawa gereist, im Westen Japans. Die Stadt gehört zum UNESCO-Netzwerk „Creative Cities“, ein Programm, das Städte mit besonderer zeitgenössischer Kunst und Kultur miteinander vernetzt. Die Stadt ist auch bekannt „Little Kyoto“, ein Ausdruck für die besondere Attraktivität als Reiseziel.

Der wirtschaftliche Aufschwung von Kanazawa geht zurück auf die Zeit der Samurai. Verantwortlich für den Erfolg der Region: die außergewöhnliche Architektur der Stadt, die den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat, die Küche der Region und nicht zuletzt die vielfältige Handwerkskunst.

Der Kenrokuen Garten, einer der Schönsten in Japan, gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er geht zurück auf die Maeda-Familie, einer der ältesten Familiendynastien in Japan. Die Familie sorgte dafür, dass sich die besten japanischen Künstler in die Stadt ansiedelten.
Heute ist Kanazawa berühmt für seine Seidenproduktion, Keramik und Malerei. Es ist außerdem das Zentrum für die Herstellung von Blattgold.

Einer, der die alten Handwerkstechniken beherrscht, ist Ken-Ichi Matsumura. “Diese Kunst gibt es hier in Kanazawa seit etwa 430 Jahren. Und wir machen es heute noch genauso wie damals. Die Herstellung einer Goldfolie dauert bei uns etwa zwei Wochen.” Das Blattgold wird zwischen zwei Lagen eines speziellen Papiers gelegt. Anschließend wird es mit einem Hammer bearbeitet, bis es die gewünschte Dicke erreicht hat. 100 dieser kleinen Folien wiegen zusammen gerade einmal zwei Gramm. Sie werden hauptsächlich genutzt, um Tempel und Schreine zu verzieren, aber auch für kleine Handwerkskunst. Auch Touristen können versuchen, diese feinen Goldschichten auf Teller zu kleben.

Im historischen Geisha-Bezirk der Stadt können Touristen eines der Häuser dort mieten. Diese traditionellen Stadthäuser aus Holz bieten im Inneren eine Ausstattung, wie aus dem Bilderbuch. Matten aus Reisstroh auf dem Boden, Schiebetüren mit Papier und viel Platz für die traditionelle Tee-Zeremonie. Harumasa Masaki von Machiya Kanazawa Ltd. erklärt dazu: “In diesem Haus gibt es einen traditionellen japanischen Garten. Und wir befinden uns in unmittelbarer Nachbarschaft der Geishas. Man kann sie hören, wie sie musizieren. Es macht Spaß und ist sehr entspannend.“

Mit seiner Glaskuppel und dem traditionellen Holzbau gehört der Bahnhof von Kanazawa zu den Schönsten der Welt. Hier hält auch der neue Shinkansen, der japanische Hochgeschwindigkeitszug. Er verbindet die Stadt mit dem 260 Kilometer entfernten Tokio in weniger als zweieinhalb Stunden. Früher dauerte die Fahrt vier Stunden. Ungewöhnlich dabei: Die neue Strecke für den Zug besteht fast zur Hälfte aus Tunneln. Ein besonderer Fokus beim Bau lag auf der Sicherheit. “Wir nutzen ein Frühwarnsystem für Erdbeben” sagt Naoki Kobayashi
Manager der Bahngesellschaft. “Schon kleinste Signale werden registriert. Dann halten alle Shinkansen-Züge in der Region sofort an.“

Der neue Shinkansen hat der Wirtschaft in der Region neuen Schwung verliehen. Als es Mitte März die Tickets für die erste Fahrt gab, waren sie in nur 25 Sekunden ausverkauft.