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Logik verkehrt: Weniger Exporte lassen Chinas Börse jubeln

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Logik verkehrt: Weniger Exporte lassen Chinas Börse jubeln

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Chinas hat im März 15 Prozent weniger exportiert als vor einem Jahr, so die Zollverwaltung. Das ist das größte Minus seit rund einem Jahr.

“Chinas Außenhandel ist auf dem Rückzug, während die Erholung der Weltwirtschaft stagniert und der Abwärtsdruck daheim steigt”, erklärte Zoll-Sprecher Huang Songping.

Experten hatten mit einer Zunahme gerechnet; um zwölf Prozent. Die Weltbank nahm ihre Wachstumsprognose für China leicht zurück. Die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik wird nach aktualisierten Schätzungen dieses Jahr um 7,1 Prozent zulegen, im kommenden Jahr um sieben Prozent und schließlich 2017 nochmal schwächer um 6,9 Prozent. Die Zahlen für 2015 und 2016 wurden gegenüber den bisherigen Erwartungen um je 0,1 Punkte zurückgenommen.

Unter anderem dürfte die starke chinesische Währung vor allem gegenüber dem Euro die Geschäfte mit der Europäischen
Union – dem größten Handelspartner Chinas – beeinträchtigt haben. So ging der Warenaustausch mit der EU um 2,1 Prozent zurück, während mit den USA ein Plus von 3,2 Prozent verzeichnet wurde.

Die Zentralbank hat seit November in zwei Schritten die Zinsen gesenkt und weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur beschlossen. Volkswirte gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Schritte folgen werden.

Offenbar auch die Anleger: Sie juxten die Börse hoch, auf den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Volkswirt Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland in Hongkong hält die Exportdaten für ein Warnsignal für die Wettbewerbsfähigkeit Chinas: “Es ist eine schwache Zahl, die weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.”

Die Regierung in Peking erwartet für dieses Jahr beim Bruttoinlandsprodukt lediglich ein Plus von rund sieben Prozent. 2014 waren es noch 7,4 Prozent. Das war schon die schwächste Rate seit 24 Jahren. Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die Regierung fürchtet bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit Unruhen.

su mit Reuters