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IWF: Globales Wachstum ja, aber "einfach nicht gut genug"

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IWF: Globales Wachstum ja, aber "einfach nicht gut genug"

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Der "Internationale Währungsfonds" rechnet für die gesamte Weltwirtschaft in diesem Jahr 3,5 Prozent Wirtschaftswachstum, nach 3,4 im vergangenen und vor 3,8 Prozent im kommenden Jahr.

“Niedrigere Ölpreise schieben das Wachstum weltweit an”, so der IWF vor seiner Jahrestagung in Washington. Aber: “Das globale Wachstum bleibt moderat”, schränkt der “World Economic Outlook” ein. Und: “Die Aussichten sind in den wichtigen Ländern und Regionen uneinheitlich.”

Olivier Blanchard – IWF-Chefökonom:

“Eine ungewöhnlich komplexe Kombination an Einflussgrößen bewegt die Weltwirtschaft. Einige sind gut sichtbar wie der Rückgang der Ölpreise und Wechselkursbewegungen. Auch einige Hinterlassenschaften der Krise beeinträchtigen das Wachstum des Produktionspotenzials, sind aber weniger gut zu sehen. Sie spielen aber eine wirklich wichtige Rolle hinter den Kulissen.”

Um auf insgesamt 3,5 Prozent zu kommen, müssen Länder wie Indien mit 7,5 oder China mit 6,8 Prozent kräftig anschieben. USA (3,1 Prozent), Eurozone (1,5 Prozent) und Japan (1 Prozent) bleiben unter dem Schnitt. Und in Russland dürfte die Rezession schwerer werden als bisher angenommen minus 3,8 Prozent.

Für Deutschland hob der IWF seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,3 auf 1,6 Prozent an.

Insgesamt zu wenig, meint IWF-Chefin Christine Lagarde. Sie nannte das aktuelle Wachstumsniveau “einfach nicht gut genug”, um Millionen von Menschen ohne Arbeit zu helfen. Politische Entscheidungsträger blieben aufgefordert, tiefgreifende Reformen zu verfolgen, um das Wachstumspotenzial der Volkswirtschaften anzuheben.

Bleibt noch der warnende Zeigefinger:

“Eine weitere starke Dollar-Aufwertung kann anderswo finanzielle Spannungen auslösen, besonders in den Schwellenländern.” Dort haben sich Staaten und Unternehmen oft in Dollar verschuldet, durch dessen Stärke die Rückzahlung nun teurer wird. “Zerstörerische Vermögenspreisbewegungen an den Finanzmärkten bleiben eine Sorge”. Und: “Auch geopolitische Risiken könnten sich verstärken und wichtige Volkswirtschaften treffen.”

su mit dpa, Reuters