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Georgien: Wirtschaften in unruhiger Umgebung

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Georgien: Wirtschaften in unruhiger Umgebung

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“Georgiens Wirtschaft ist durch eine Kombination von schweren externen Schocks getroffen,” stellte "Mark Griffiths vom Internationalen Währungsfonds (IWF)" fest, als er Anfang März die Wirtschaft des Landes unter die Lupe nahm.

Schockierend vor allem: Die Ukraine ist nah, Russland rutscht in die Rezession, die Währungen vieler Partnerländer schwächeln – auch der eigene Lari fiel binnen Jahresfrist um fast 30 Prozent gegenüber dem Dollar.

Roman Gotsiridze, ehemaliger Leiter der Georgischen Zentralbank:

“Das Hauptproblem ist der Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik,von einer liberalen und deregulierten Politik zu Regulierung und starkem Staat. Das hat zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten geführt.”

Vor wenigen Wochen (20.03) hatten zehntausende Georgier in der Hauptstadt Tiflis gegen Wirtschaftskrise und steigende Kriminalität demonstriert. Sie machten die Regierung von Irakli Garibaschwili verantwortlich.

Alexander, ein Jeansshop-Betreiber:

“Viele kleine Unternehmen werden zumachen. Ich denke, dass kleine Unternehmen in Georgien sterben. Wenn das noch ein halbes Jahr so weitergeht, haben kleine Unternehmen keine Chance.”

In den Worten des IWF-Mannes Griffiths:

Die Exporte sind 30 Prozent niedriger als vor einem Jahr, georgische Arbeitnehmer im Ausland überweisen 25 Prozent weniger.
Dazu noch geringere Einnahmen aus dem Tourismus – das alles hat das Leistungsbilanzdefizit im Jahr 2014 auf rund 9,5 Prozent des BIP erhöht.

Sein Tip: Ein flexibler Wechselkurs und ein gemeinsamer Aktionsplan von Regierung und Nationalbank. Dabei das Netz der sozialen Sicherheit erhalten und Arme unterstützen.

su