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Game of Thrones in Wolfsburg

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Der Machtkampf um die Führung bei Volkswagen läuft auf eine Zerreißprobe zu.

Noch für diesen Donnerstag wurde nach Informationen eines Insiders das Präsidium des Aufsichtsrats von Europas größtem Autokonzern zum erstenmal zusammengerufen, seit in der vergangenen Woche VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech Vorstandschef Martin Winterkorn öffentlich das Vertrauen entzogen hatte – nach Medieninformationen (dpa) im österreichischen Salzburg.

Der überraschende Bruch Piechs mit seinem einstigen Zögling Winterkorn war auf Ablehnung im Aufsichtsrat gestoßen. Zumindest Betriebsratschef Bernd Osterloh will Piech die Stirn bieten. An der positiven Haltung des Betriebsrats zum Winterkorn habe sich nichts geändert, hieß es aus dessen Umfeld.

Dem Aufsichtsrats-Präsidium gehört für die Eignerseite neben Piech und dessen Cousin Wolfgang Porsche auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil an. Für die Arbeitnehmer sitzen Betriebsratschef Bernd Osterloh, sein Stellvertreter Stephan Wolf und der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber in dem Gremium, das die Sitzungen des Aufsichtsrates vorbereitet.

Piech hatte vergangene Woche nach Medienberichten (der “Spiegel”) erklärt, er sei “auf Distanz zu Winterkorn”. Die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hatten sich spontan hinter Winterkorn gestellt. Auch das an VW beteiligte Land Niedersachsen und die mit Piech verwandte Porsche-Familie äußerten sich ablehnend.

Der dritte VW-Großaktionär nach dem Familienclan Porsche-Piech und dem Land, der Staatsfonds von Katar, sieht nach Medienberichten (“Handelsblatt”) Winterkorns Chancen auf einen Verbleib im Amt gegen den Widerstand des Chefkontrolleurs skeptisch.

Piech hatte schon Winterkorns Vorgänger Bernd Pischetsrieder und den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking aus dem Amt gedrängt.

Piech (78) ist noch bis 2017 gewählt. Der Vertrag des 67-jährigen Winterkorn läuft bis Ende 2016. Bisher hatte er als Piechs Nachfolger als Aufsichtsratschef gegolten.

Winterkorn lenkt das VW-Imperium mit inzwischen zwölf Marken seit 2007. Unter seiner Ägide ist der Wolfsburger Konzern weit vorangekommen und steht davor, Toyota als die Nummer eins zu überholen. In dem Riesenunternehmen haben sich aber auch einige Probleme zusammengebraut. Vor allem das lahmende Geschäft in den USA habe Chefkontrolleur Piech frustriert, heißt es.