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Cyberterrorismus: Gibt es dafür eine europäische Antwort?

“Seit dem Angriff auf den französischen Fernsehsender TV5Monde wird viel über Cyberterrorismus gesprochen. Wie groß sind die Risiken und gibt es

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Cyberterrorismus: Gibt es dafür eine europäische Antwort?

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“Seit dem Angriff auf den französischen Fernsehsender TV5Monde wird viel über Cyberterrorismus gesprochen. Wie groß sind die Risiken und gibt es darauf eine gemeinsame europäische Antwort?” Das möchte Marta aus Brüssel wissen.

Nicolas Arpagian, Experte für Cybersicherheit erklärt:

“Der Grundgedanke des Terrorismus ist, dem Gegner Angst einzujagen. Mit einer Cyberwaffe kann man in der Tat große Unruhe auslösen. Wenn man sich nur überlegt, dass alle unsere Organisationen IT brauchen. Ob im Transport, bei Banken, in der Industrie oder auch in unserem persönlichen und beruflichen Leben. In diesen Bereichen ist es möglich, für große Störungen zu sorgen.

Die Staaten sind noch nicht bereit, sehr intensiv zusammenzuarbeiten. Deshalb gibt es bisher noch kein internationales Recht im Bereich Cybersicherheit oder Cyberabwehr. Allein der Europarat hat im November 2001 ein Abkommen vereinbart. Das bezieht sich aber vor allem auf den Kampf gegen Kinderpornografie.

Im Moment laufen die Aktionen eher nebeneinander her. Das heißt, dass die Staaten höchstens polizeilich zusammenarbeiten, zum Beispiel im Rahmen von Interpol, von Europol. Aber es gibt keinen wirklichen Willen, über die politischen Debatten hinaus, gemeinsame Abwehrsysteme zu entwickeln, weil jeder Staat gerne seine Autonomie behalten will, auf seinem digitalen Territorium souverän bleiben will, wo er auch mal Schläge gegen seine Gegner austeilen kann. Das können zeitweise auch politische Verbündete oder wirtschaftliche Partner sein, die aber Rivalen bleiben, Wettbewerber auf der internationalen Bühne.”

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