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Grenzenloses Elend: Mehr tote Bootsflüchtlinge als je zuvor

Das Flüchtlingselend an der italienischen Mittelmeerküste hat einen neuen Negativ-Rekord erreicht. Allein diese Woche wurden 11.000 Migranten von

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Grenzenloses Elend: Mehr tote Bootsflüchtlinge als je zuvor

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Das Flüchtlingselend an der italienischen Mittelmeerküste hat einen neuen Negativ-Rekord erreicht. Allein diese Woche wurden 11.000 Migranten von überfüllten Booten gerettet. Darunter auch ein Schlepper. Umgerechnet 1.400 Euro soll er für die lebensgefährliche Überfahrt verlangt haben. Den Behörden zufolge wurde er wegen Menschenhandels angeklagt.
Auch wenn diese Woche mehr Flüchtlinge denn je in Italien landeten, ist das nicht der eigentliche Skandal. Denn, so erklärt Flavio Di Giacomo, Pressesprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM): “Die Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht geändert. Vergangenes Jahr waren bis Ende April 26.000 Migranten in Italien angekommen. Was sich aber geändert hat, ist die Zahl der Todesopfer. Bis vergangenen April gab es Schätzungen zufolge 96 Opfer, nach den Bootsunglücken vor einigen Tagen sind es dieses Jahr bereits 900.”
Einige der Toten sind Mordopfer. Die 15 mutmaßlichen Täter stammen laut Polizei aus Mali, dem Senegal, und der Elfenbeinküste und sitzen in Palermo in Haft . Sie sollen diese Woche 12 Christen bei der Überfahrt Richtung Europa über Bord geworfen haben.
Mit zum Teil schweren Verbrennungen wurden in der Nacht zu Freitag 70 Flüchtlinge aufgegriffen. An Bord ihres Bootes hatte sich eine Gasexplosion ereignet. Tagelang hatten die Menschen ohne medizinische Versorgung an Bord ausharren müssen. Eine junge Frau erlag ihren Brandverletzungen.