Eilmeldung

Eilmeldung

Hoffnung auf ein neues Leben: Flüchtlingsdrama in Italien

Italienische Polizei nimmt als Schlepper verdächtigte Männer fest. Behörden erwarten weitere Flüchtlinge.

Sie lesen gerade:

Hoffnung auf ein neues Leben: Flüchtlingsdrama in Italien

Schriftgrösse Aa Aa

Die Einwanderung von Flüchtlingen nach Italien reißt nicht ab. 10.000 sollen es alleine in der vergangenen Woche gewesen sein, die in Europa ein Leben in Frieden und Wohlstand suchen.

Meinung

"Wegen des guten Wetters und der ruhigen See erwarten wir weitere Neuankömmlinge."

Die italienischen Sicherheitsbehörden sind damit offenbar überfordert. Zwar gibt es kleine Erfolge, wie die Verhaftung einer Gruppe von Männern, die des Menschenschmuggels verdächtigt werden. Die Masse der Schlepper bleibt aber wohl unbehelligt.

“Sie sind alle Libyer. Es sind schlechte Menschen. Niemand ist gut”, sagt ein Neuankömmling über die Schlepper, die ihn nach Europa schickten. “Selber gehen sie nicht auf die Boote. Sie setzen dich in das Boot und lassen dich allein. Du bist auf dich gestellt, und auf Allah. Die Libyer sind nicht gut. Sie schlagen dich, sie töten dich, gottseidank habe ich überlebt.”

Skrupellose Schlepper, überfüllte Boote, Gefahren für die Flüchtlinge gibt es viele. Gestern verhaftete die italienische Polizei 15 von ihnen. Die Männer stehen unter Verdacht, ein Dutzend ihrer Mitreisenden getötet zu haben. Sie seien über Bord geworfen worden – aus einem religiösen Streit heraus.

Alleine in der vergangenen Woche sind knapp 500 Menschen auf See gestorben. Leopold Manna von der italienischen Küstenwache betont, dass etwa 3500 weitere am vergangenen Wochenende gerettet worden seien. Aber auch er fürchtet, dass das Flüchtlingsdrama weitergeht. Als Grund dafür nennt er das gute Wetter und die ruhige See, die die Flüchtlinge zum Aufbruch motivieren soll.

Italiens Rettungsmission Mare Nostrum – unser Meer – war im vergangenen Jahr planmäßig beendet worden. Die neue EU-Grenzschutzmission Triton steht in der Kritik von Menschenrechtlern. Sie werfen der EU Grenzschutzbehörde vor, die Mission sei als Abschreckungsmaßnahme gedacht und keine Rettungsmission.